Der Verband der Einzelhändler hat Stadtrat Hartmut Bös (CSU) die Mitgliedschaft aberkannt. Dies beschloss der Vorstand in seiner Sitzung am 17. September, wie erst jetzt bekannt wurde. Der Ausschluss ist brisant, da Bös zu den Gründungsmitgliedern des Forums gehört und vier Jahre (von 2002 bis 2006) das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden ausübte.

Das Forum begründet den Ausschluss mit zwei Argumenten: Zum einen habe Hartmut Bös die Ausrichtung des Stadtfestes durch das Forum öffentlich scharf kritisiert, obwohl er zugleich Mitglied im Forum war. Zum anderen habe sich Bös im Zuge der Diskussion um die Fußgängerzoneklar gegen die Interessen der Einzelhändler ausgesprochen. Diese hatten den Antrag gestellt, die Ludwigstraße probehalber für den Verkehr zu öffnen. Das Forum bewertet dieses Verhalten als vereinsschädigend und nicht mit der Satzung vereinbar. Die Entscheidung sei mit drei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen gefallen, teilt Noch-Vorsitzender Hans Rohrmüller auf Nachfrage mit.


Bös nimmt Ausschluss hin

Hartmut Bös bestätigt den Ausschluss gegenüber dieser Zeitung und teilt mit, dass er den "Rauswurf" hinnehmen und nicht dagegen vorgehen werde, auch wenn er ihn als juristisch nicht haltbar einschätze. Er sieht sich in seinem Recht auf freie Meinungsäußerung angegriffen. "Zutiefst entsetzt bin ich, dass konstruktive und sachliche Kritik nicht ohne Konsequenzen geäußert werden darf und zu einer solchen Reaktion führt", teilt Bös mit.

Der Vorschlag, Bös aus dem Forum auszuschließen, sei unmittelbar nach der Stadtratssitzung, in der über die Fußgängerzone diskutiert wurde, von einem Mitglied, das nicht zum Vorstand gehört, gemacht worden, berichtet Rohrmüller. Er habe sich diesen Antrag zu eigen gemacht und auf die Tagesordnung gesetzt, sagt er. Rohrmüller selbst hatte nach der Stadtratsentscheidung zur Fußgängerzone sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung gestellt. Sollte sich kein Nachfolger finden, wird das Forum wohl aufgelöst.