Es ist eine lockere Runde, in der Karin Ott, Adolf Dörflinger und Alfred Kötzner zusammensitzen. Aber das Thema, das die drei beschäftigt, ist gar nicht locker, sondern schwierig, langwierig und zäh. Schon seit zwei Jahren versucht Adolf Dörflinger, den Vorsitz der Werbegemeinschaft "Forum Bad Brückenau" abzugeben. Doch es findet sich einfach kein Nachfolger.

"Entweder ich lasse meinen Betrieb schleifen oder ich lasse das Forum schleifen", traf Dörflinger die Entscheidung, sich beim Forum in die zweite Reihe zurückzuziehen. Karin Ott, Ärztin in der Klinik Hartwald und Dörflingers Stellvertreterin hat Verständnis für diese Entscheidung. Und sie hat Verständnis dafür, dass niemand nach dem arbeitsintensivem Amt greift: "Das geht ja vielen Vereinen so, dass sie ihren Vorstand nur sehr schwer besetzen können." Ohne Vorstand aber geht es eben nicht.

Als einer von mehreren Kandidaten war Alfred Kötzner vom gleichnamigen Sportgeschäft im Gespräch. 35 lange Jahre engagierte sich Kötzner bei der DJK Kothen im Vorstand oder bei anderen Tätigkeiten. "Leute, eigentlich reicht's", erteilte er den Anfragen des Forums eine Absage. Er weiß, was Ehrenamt heißt: "Es hat heute fast keiner mehr Zeit. Und die Aufgaben werden vielfältiger und mehr."

Team-Lösung läuft ins Leere

Immer mehr Vereine lösen das Problem, indem sie statt eines Vorsitzenden ein Team an die Spitze stellte. Auch das Forum plante, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Dafür wurde eigens die Vereinssatzung abgeändert. "Diese Option ist noch nicht offiziell vom Tisch", stellt Dörflinger klar. Wider Erwarten habe die Team-Lösung die Suche nicht einfacher gemacht, bedauert er.

Der "worst case" - die Auflösung des Vereins - kommt für die drei allerdings nicht in Frage. "Gemeinsam können wir viel mehr bewirken", stellt sich Ott ganz klar hinter das Forum. Die Aktionen in der Stadt - Frühlingsmarkt, Ferienprogramm, Mantelsonntag und so weiter - gehen weiter. In Arbeitsgruppen bringen sich viele Mitglieder ein, berichtet Ott. "Wir treffen uns zum Beispiel Ende Januar, um schon für das nächste Weihnachtsfest zu planen."

Strategien für die Innenstadt

Und wer meint, das Forum kreise einzig und allein um die Vorstandsfrage, der irrt. "Es ist eine ganz große Notwendigkeit da, die Situation in der Innenstadt zu überdenken", sagt Dörflinger in Anspielung auf die Leerstände in der Ludwigstraße. "Die Kunden fragen uns: Was ist denn da los?", berichtet Kötzner. Dabei habe die Stadt sehr viel zu bieten. "Wir müssen unseren Leuten sagen, was wir alles haben", setzt sich Kötzner für ein besseres Marketing ein.

Kostenlose Parkplätze, individuelle Beratung und vor allem Zeit seien Vorzüge, mit denen große Städte wie Fulda oder Schweinfurt nicht unbedingt punkten könnten, sagt Kötzner. "Ich werde aktiv in Bad Brückenau die Stadtentwicklung mit vorantreiben", zieht sich Dörflinger nicht völlig zurück. Denn darin sind sich die Geschäftsleute einig: "Es geht um unsere Existenz."