Brennende Adventskränze musste die Bad Brückenauer Feuerwehr schon länger nicht mehr löschen. Die zwei, an die sich 1. Kommandant Michael Krug erinnern kann, "liegen schon einige Zeit zurück". Wegen in Flammen stehender Weihnachtsbäume musste er mit seinen Leuten bislang noch gar nicht ausrücken. Ob es an der Umstellung auf elektrische Beleuchtung liegt, oder am geschärften Bewusstsein für den Umgang mit offenem Feuer, ist unklar. Tatsache ist, dass der Nachwuchs der Brückenauer Wehr hier schon fit ist. Auch in deren Familien und Bekanntenkreis müssen die Jugendlichen keine Aufklärungsarbeit mehr leisten.

Wenn etwas passiert, wollen sie sich "um Menschen kümmern" und etwas "Nützliches tun", erzählen Hannes und Robin, zwölf und 17 Jahre alt. Bei den Floriansjüngern in Bad Brückenau überwiegen eindeutig die Einsätze zur technischen Hilfeleistung, doch der Nachwuchs wird auf alle Eventualitäten vorbereitet. Mit zehn Jugendlichen ist dieser bei der Brückenauer Feuerwehr erst einmal gesichert. In vielen anderen Orten sind die Zahlen da eher rückläufig. Auf "eine starke Jugend" setzt allerdings Jugendwart Maximilian Spahn. Auch er hat dort die ersten Schritte in der Wehr getan, nun führt er zusammen mit Florian Übelacker die "Neuen" an. "Wir haben viel zusammen gemacht, da ist ein starker Zusammenhalt", erzählt der 22-Jährige.


Feuerwehrmontur an, und dann wird geübt

Ihr Einsatz ist zeitaufwändig. Für die beiden Brückenauer heißt es, sowohl Übungen, als auch Freizeitaktivitäten für die Jugendfeuerwehr vorzubereiten. Das Ganze passiert neben dem Beruf, neben der Ausbildung. Aber dieses Engagement färbt auf die Jugendlichen ab. Auch in der Schulzeit erscheinen sie an einem Samstagabend pro Monat in der Feuerwehrwache, legen die Feuerwehrmontur an und dann wird geübt. "Es sollen alle auf dem gleichen Stand sein", erklärt Michael Krug. Hierfür gibt es zusätzliche Termine, an denen die Jugendlichen der Wehren aus Volkers und Römershag mit den Brückenauern zusammen üben.

Da die Brückenauer Wehr technisch am besten ausgerüstet ist, "trainieren" die Jugendlichen dort, genauso wie die Großen. Lediglich beim Tempo sowie wegen der geringeren Körpergröße und Kraft werden die Übungen angepasst. Auch am Berufsfeuerwehrtag machen die Mädels und Jungs bei "abgespeckten Übungen" mit, erzählt Maximilian Spahn. Für die Vorbereitungen und den Zeitaufwand zollt Michael Krug den beiden Jugendwarten Respekt: "Auch heutzutage engagieren sich die jungen Leute noch. Das ist was für einen selbst und für die Allgemeinheit."


Mit zwölf Jahren zur Jugendfeuerwehr

Mit zwölf Jahren können Kinder bei der Jugendfeuerwehr anfangen. Ab 16 Jahren bereiten Lehrgänge - die modulare Truppausbildung - die Jugendlichen auf die Prüfung vor. In drei Einheiten wird das geforderte Können und Wissen immer spezieller. Drei Wochen lang wenden die Jugendlichen jeweils weitere drei Tage dafür auf und dürfen sich nach der Ausbildung "Truppführer" nennen.

Michael Krug freut sich über seine zehn "Nachwuchswehrler", sagt aber auch: "Es müssten noch mehr sein." Verschiedene Werbeaktionen hatte die Feuerwehr bereits gestartet, der Erfolg fiel eher nüchtern aus. Ein extremes Beispiel waren zwei Meldungen, nachdem die Brückenauer Stadtverwaltung über 300 Jugendliche angeschrieben hatte. Immerhin, die zwei, die sich gemeldet hatten, sind jetzt noch dabei. "Die Jugendlichen sind selbst die beste Werbemaßnahme", ist sich Krug sicher. So mancher "Neue" ist einfach mal von einem Freund auf die Jugendfeuerwehr angesprochen worden. "Ich bin überzeugt, dass es noch mehr Jugendliche gibt, die mehr machen wollen, als Handy-Spielen."


Ausflüge, Fasching und weitere Aktionen

Bei Einsätzen nimmt die Jugendfeuerwehr zwar noch nicht teil, im Vereinsleben ist sie jedoch von Anfang an ganz selbstverständlich mit dabei. Ausflüge, Fasching, Hamburger-Essen, das weihnachtliche Turmblasen und viele weitere Aktionen tragen zu einem starken Zusammenhalt bei. Natürlich sind die "Jungen" auch mal unter sich. Maximilian Spahn und Florian Übelacker haben für die Jugendfeuerwehr schon Besuche im Schwimmbad, Freizeitpark und am Frankfurter Flughafen organisiert.


Hintergrund

Damit jeder Weihnachten und Silvester in Ruhe genießen kann: Kerzen fern ab von brennbaren Materialien aufstellen und nicht alleine stehen lassen; beachten, dass sowohl Adventskranz, als auch Weihnachtsbaum in Räumen trockener und leichter brennbar werden. Auch Wunderkerzen sollen nie in unmittelbarer Nähe zum Weihnachtsbaum abgebrannt werden. Reste vollständig ausglühen lassen.

Feuerwerkskörper und Raketen sollen natürlich nur im Freien entzündet werden, auch hier in ausreichendem Abstand zu Menschen, Gebäuden und Autos. Fenster und Türen der Wohnung schließen. Feuerwerkskörper sind nichts für Kinder, Jugendliche unter 18 Jahren sollen nur unter Aufsicht böllern. Raketen sollen nur aus standsicheren Flaschen oder Rohren senkrecht in die Höhe gezündet werden. Sogenannte "Versager" unter keinen Umständen ein zweites Mal zünden, sondern mit Wasser übergießen. Grundsätzlich nicht verkehrt ist es, einen Eimer Wasser oder eine Löschdecke griffbereit zu haben. Was man weniger bedenkt, ist, dass auch Mülltonnen brennen können, besonders die Papiertonnen. Hier muss die Feuerwehr alle Jahre wieder ausrücken.
Brennen kann es auch in der Küche. Wenn Fett in der Pfanne brennt, dürfen auf keinen Fall Löschversuche mit Wasser unternommen werden, sondern das Feuer soll mit einem Deckel erstickt werden.

Im Fall der Fälle gilt es Ruhe zu bewahren und die Wohnung zu verlassen. Bei dichtem Rauch geduckt und in Bodennähe bewegen. Fenster und Türen geschlossen halten. Beim Notruf unter 112 die "fünf W" beachten. http://www.notruf112.bayern.de/