"Wir brauchen langfristig eine touristische Fachkraft, die sich kontinuierlich um das Thema kümmert und Ansprechpartner ist", resümierte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW), der sich das Haus der Schwarzen Berge als Arbeitsstelle für einen solchen neuen Mitarbeiter gut vorstellen kann. Sebastian Hauke (CSU/ PWG) sieht auch die Gemeinde in der Pflicht, den Stein ins Rollen zu bringen: "Wir werden nicht so leicht Investoren bekommen, die hier die Gastronomie ankurbeln wollen. Daher stellt sich für mich die Frage, ob nicht die Gemeinde als Investor auftreten kann. Für ein Café beispielsweise." Für den Bürgermeister ist das derzeit keine Option. "Wir alle müssen Augen und Ohren offen halten, um mögliche Investoren ausfindig zu machen."

Verschiedene Auffassungen

Gerade mit Hinblick auf den leer stehenden alten Ratskeller am Rathausplatz hat Kleinhenz die Hoffnung längst nicht aufgegeben. Auch wenn die Tourismusberater detailliert nachgewiesen haben, dass sich ein neues Hotel dort nicht rechnen würde, so sucht die Kommune weiter nach Lösungen. Soziale Projekte seien nicht ausgeschlossen. Es wird zeitnah erneut Gespräche mit einem potenziellen Investor geben, heißt es in gut informierten Kreisen. In öffentlicher Sitzung freilich wurden Details noch nicht kundgegeben.

Zu oft schon waren Gespräche wieder im Sande verlaufen. Nach Auskunft der Tourismusberater habe es schon 20 Anläufe gegeben. Cordula Kuhlmann vom Konversionsmanagement des Landkreises machte klar: "Ohne persönliche Kontakte geht da meistens nicht viel. Und manchmal entstehen solche Kontakte eher zufällig." Holger Trump (CSU/ PWG) wollte von den Tourismus-Experten wissen, wie die Investorensuche vorangetrieben werden könnte. "Ein Hotel am Rathausplatz lohnt sich vielleicht nicht, aber wir haben doch noch so viele andere Ideen", ist Trump überzeugt. "Nur, wie kommen wir an die Investoren heran, und wie können wir ihnen das schmackhaft machen?" Für Kuhlmann steht außer Frage, dass "vor Ort ein direkter Ansprechpartner da sein muss". Der Bürgermeister könne zwar jederzeit bei Fragen parat stehen, das Rathaus alleine könne das aber nicht bewältigen.

Teufelskreis

Walter Rüttiger (PWW) machte kein Geheimnis daraus, dass er gewisse Skepsis in Sachen Tourismus hat: "Wir befinden uns in einer Art Teufelskreis. Zu wenig Gastronomie heißt: zu wenige Gäste. Keine Gäste, keine Gastronomie. Wie bewegen wir uns aus diesem Teufelskreis wieder heraus?" Für Rüttiger könnte eine Lösung sein, dass man Synergieeffekte nutzt, mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten in den Nachbargemeinden. Für Wanderer und Mountainbiker könne dennoch ein gutes Tagesangebot geschaffen werden.

"Touristen stellen sich doch immer die Frage, wie lasse ich den Tag ausklingen, und wo lasse ich den Tag ausklingen. Darauf müssen wir Antworten geben." Einig waren sich die Räte, dass die Besucher des Kreuzberges nur schwer nach Wildflecken zu locken sind. Allein die Umgehungsstraßen verhindere dies. Für Wolfgang Illek (PWG) steht fest: "Wir müssen die Attraktivität in allen Ortsteilen steigern. Dann können wir wieder mehr bewegen."

Chance Militärhistorie

Theo Nowak (OWII), der über Jahrzehnte den Kreuzberghof in Oberwildflecken betrieb, sprach sein Bedauern darüber aus, dass das Haus der Schwarzen Berge der örtlichen Gastronomie keine echte Hilfe war: "Die Gäste wurden meistens in andere Gemeinden vermittelt." Oliver Masso (CSU/ PWG) spannte den Bogen noch weiter: "Gastronomie wird sich nur halten können, wenn auch Übernachtungsmöglichkeiten da sind. Doch welcher Gastronom kann es sich leisten, ein ganzes Jahr lang nicht genug zu verdienen, bis es dann endlich richtig läuft?"

Bürgermeister Kleinhenz warnte davor, den Optimismus zu verlieren. "Wir dürfen nicht alles schlechtreden." Das Tourismuskonzept werde der Gemeinde ein "breites Spektrum" an Lösungsmöglichkeiten bieten. "Aber wir müssen es schaffen, etwas Einzigartiges anzubieten. Wir können nicht andere Gemeinden oder Konzepte kopieren, das wird nicht funktionieren." Allein schon die Militärhistorie könne ein wichtiger Baustein sein, um sich touristisch weiterzuentwickeln. "Das müssen wir nutzen. Das könnte unsere Chance sein."