Mit Spannung wird das Ergebnis des Bürgerentscheids am Sonntag, 12. Mai, über die U-3-Betreuung im Kothener erwartet - von Gegnern wie von Befürwortern. Die Front zwischen beiden scheint nach wie vor verhärtet. Jeder macht die Gegenseite für Fehler verantwortlich: Für die schlechte Stimmung und für angeblich irreführende Argumente.

Die elf Gemeinderäte, die die Einrichtung einer U-3-Betreuung im Kothener Kindergarten per Gemeinderatsbeschluss abgelehnt hatten, sahen sich "genötigt, zu erklären", so Zweite Bürgermeisterin Ute Becker (WG Motten). Ein Flyer, der von ihnen erstellt wurde, falle weniger unter die Rubrik Wahlwerbung, sondern diene der Aufklärung. Es sei "höchste Zeit, zu erklären, warum so entschieden wurde", so Ute Becker. "Der Bedarf in der Bevölkerung, Bescheid zu wissen, ist unheimlich groß", sagt sie. Sie habe viele Gespräche mit Bürgern geführt.

Auch Marco Hillenbrand, Sprecher der Bürgerinitiative, die die U-3-Betreuung in Kothen fordert, wird häufig von Bürgern angesprochen. Den Flyer der Gemeinderäte wollte er relativieren, über das Thema ebenfalls aufklären. Er habe das "Gefühl, dass wir in Kothen einen guten Rückhalt haben", der Ort rücke "näher zusammen". Obwohl die Bürgerinitiative auf schriftliche Werbung verzichtet hat, bleibt Hillenbrand "entspannt", wie er sagt: "Wir haben alles gemacht und alles versucht. Die Bürger haben es jetzt in der Hand."

Nüchterne Informationen gibt es aus dem Rathaus. Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) verweist lediglich auf seine Pflicht, sich zu diesem Thema öffentlich zurückzuhalten. Er blicke nicht nur zurück auf eine arbeitsreiche Zeit, sie dauere auch jetzt noch an.

Kathrin Bös aus dem Einwohnermeldeamt kann ein Lied davon singen. Es sei bisweilen "sehr stressig" gewesen, einen Bürgerentscheid und eine Europawahl parallel vorzubereiten. Andererseits sei es auch interessant, den ersten Bürgerentscheid der Gemeinde Motten mitzuerleben.

Für die 1393 Abstimmungsberechtigten der Gemeinde wurden 1200 Stimmzettel gedruckt und 264 Briefabstimmungsunterlagen ausgestellt. Davon wurden bereits vergangene Woche circa 150 wieder abgegeben. Die Wahlhelfer für die Stimmbezirke Motten, Kothen und Speicherz sind komplett. Pro Ortsteil sorgen also am 12. Mai neun Ehrenamtliche dafür, dass die Abstimmung korrekt abläuft. Außerdem werden weitere neun Helfer am Abstimmungssonntag bereits ab 16 Uhr die abgegebenen Briefabstimmungsunterlagen auf ihre Gültigkeit überprüfen. Für die Wahlhelfer-Schichten habe es dieses Mal etwas mehr Absagen als üblich gegeben, immerhin findet die Abstimmung am Muttertag statt.

Die Auszählung erfolgt dann erst ab 18 Uhr und somit zeitgleich mit der Schließung der drei Abstimmungsräume. Am Abstimmungswochenende werden die Rathaus-Mitarbeiter zu Sonderöffnungszeiten erreichbar sein.

Info

Am Freitag, 10. Mai, bleibt die Gemeindeverwaltung bis 15 Uhr geöffnet. Am Samstag, 11. Mai sind Verwaltungsmitarbeiter von 8 Uhr bis 11 Uhr telefonisch erreichbar, von 11 Uhr bis 12 Uhr ist das Rathaus besetzt, ebenso am Abstimmungssonntag von 8 bis 15 Uhr.