"Zehn Jahre Franziskusweg an der Thüringer Hütte - das war für die Verantwortlichen der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer Auftrag und Verpflichtung sich an diesem Jubiläum mit einem neuen Kunstwerk zu beteiligen", erklärte der künstlerische Leiter der Schule, Martin Bühner, der gemeinsam mit Fachlehrer David Herwig-Kemmerich das Projekt begleitete. Die Kunstwerke, die den Franziskusweg zieren, wurden vor zehn Jahren von Absolventen der Schule geschaffen, diese Verbindung zwischen Franziskusweg und Holzbildhauerschule sollte beim Zehnjährigen besonders hervorgehoben werden.
Der junge Künstler Michel Stenzel (Schönau) ist im zweiten Lehrjahr an der Holzbildhauerschule. Er schuf eine beeindruckende Skulptur, die im Rahmen einer kleinen Segnungsfeier am Nachmittag des Festtages feierlich enthüllt, vorgestellt und von Dekan Dr. Andreas Krefft gesegnet wurde.
Die Vorsitzende des "Freundeskreis Franziskusweg", Monika Werner, und der Künstler selbst stellten mit einigen Gedanken die Skulptur vor, die die Menschen auf vielfältige Weise ansprechen könne. Leider konnte sie noch nicht an ihrem künftigen Standort aufgestellt werden. "Durch die feuchte Witterung konnte die Wiese nicht gemäht werden", erklärte die Vorsitzende. So steht die Skulptur derzeit noch neben der Franziskuskapelle.


Skulptur erhält freie Sicht ins Tal

Überraschung. Staunen. Anerkennung. Fragen. Das alles habe Werner in den Gesichtern der Menschen wahrgenommen, als die Skulptur vom Künstler enthüllt wurde. Als sie selbst die Skulptur das erste Mal sah, habe sie den "Wow-Effekt" gehabt. "Die passt genau an die Stelle, wo sie hin kommen soll." Und zwar werde sie auf der Wiese ziemlich am Ende des Weges platziert, wo es einen freien Blick in das Tal gebe.
Die Skulptur zeigt einen Kopf, der jedoch aufgeschnitten, zerteilt ist. Aus der Ferne wirkt er dennoch wie ein Ganzes. "Der in Segmente zerlegte Kopf steht für Öffnung, für Einblick-Gewähren in die eigene Lebenseinstellung sowie das ganz persönliche Befinden, ein Sich-Öffnen gegenüber anderen Menschen. Andere teilhaben lassen, aber auch selbst dabei gewinnen, hinaus schauen, den Horizont weiten, Neues lernen", so die erste Erklärung von Monika Werner und Michel Stenzel.
"Man kann die Spalten aber auch als Gitter sehen. Dann verbirgt der Mensch seine eigene Persönlichkeit, versteckt und verschließt sich, gewährt keinen Zutritt zu seinen Gefühlen. Ein Mensch hinter Gittern, vielleicht gefangen in seinem Erleben und schlimmen Erfahrungen, hoffnungslos, ohne Lebensmut." Beide Sichtweisen seien vielen sicherlich wohlbekannt.
Ebenso wie der Dauerstress, der übervolle Kopf und das Verzetteln der Gedanken. Auch dafür könne die Spaltung ein Symbol sein. Monika Werner sagte: "Deshalb wird die Skulptur genau an der richtigen Stelle stehen. Komm zur Ruhe, sammle deine Gedanken und schau hinaus ins Weite. Vielleicht erkennst du dabei, was wirklich zählt und wichtig ist." Die Skulptur lade aber aber auch ein: "Komm heraus aus deinem Gefängnis, verschließe dich nicht. Das Leben bietet dir noch viele Möglichkeiten. Und du selbst hast anderen auch etwas anzubieten, in dem du dich öffnest, wirst du ganz andere Perspektiven bekommen."