In seiner kurzen Begrüßung zitierte Guardian Pater Georg Andlinger einen Philosophen mit den Worten "Wenn du ja sagst, kann ich leben, kann neue Lieder singen und selbst ein Lied für andere sein". Passender hätte man es nicht ausdrücken können, denn der Interpretin gelang gleich mit ihrem ersten Lied "Ganz nah", tatsächlich ein Lied für andere zu sein. Zart und einfühlsam versetzte sie mit wenigen Gitarren-Tönen die Zuhörer aus dem Alltagstrott in eine andachtsvolle Ruhe. Text und Melodie bildeten eine spürbare Einheit.

"Ganz nah will ich bei dir sein, dass ich dich spüren und verstehen kann - wenn ich nicht weiter weiß, zeigst du mir den Weg." In ihren kurzen Texteinlagen berichtete sie aus ihrem Leben, von guten und schlechten Perioden, aber auch von unglaublichem Vertrauen zu Gott. Sie sei fest davon überzeugt, dass sie über Gottes Nähe auch mit ihren vielen längst verstorbenen Verwandten und Freunden in Verbindung stehe. Sie spüre, wie Engel ihr zur Seite stehen.

Kreuzbergfreundin

In den zurückliegenden Jahren habe sie eine tiefe innere Beziehung zur Klosterkirche auf dem Kreuzberg aufbauen können, für die sie dankbar sei. Diese Liebe und Dankbarkeit verbarg sich dann auch in dem Beitrag "Deine Liebe zu mir", in dem es heißt "Wenn das Leben zur Qual wird, spüre ich deine Liebe". Allen Anwesenden versprach sie das Seelen-Du, das sie in ihren Liedern allen Menschen schenkt. Wie von selbst wurde nach den Liedbeiträgen nicht geklatscht. Jeder spürte die andachtsvolle Würde der gesungenen Worte.

Tiefgreifende Texte

Deutlich war in allen Liedern der tiefe Glaube der Interpretin zu erkennen, denn sie verfasst alle Texte selbst. Sie sei überzeugt, dass jedes Lied ein Geschenk von Gott sei. Es habe eine Zeit gedauert, bis sie sich so öffnen konnte, um ihren Glauben laut zu verkünden. Sie schilderte sogar, wie sie zu Werke geht, um ein neues Lied zu "empfangen". Manchmal ginge es ziemlich rasch, dass ihr eine "Eingebung" komme, manchmal gelingt gar nichts. Dann müsse sie den Stift wieder weglegen.

"Du bist Licht" und "Gib mir deine Hand" machten deutlich, wie einfach das Leben gelingen kann, wenn das Vertrauen zu Gott vorhanden ist. Jeder Mensch könne zum Licht für andere werden, wenn er sich öffne, dann könne er sogar Mauern einreißen. Zu dem Beitrag "An deiner Seite" habe sie während der Fahrt von Kitzingen zum Kreuzberg viel denken müssen, denn es sei eine stressige Fahrt gewesen. Ihre Tochter, so berichtete sie, habe ähnliches erlebt bei einer Bootsfahrt auf einem See: Hohe Wellen - Angst - Stille - glückliche Heimkehr! Dazu die passenden Lieder "Keiner ist allein" und "Du bist ein Engel für mich" - atemlose Stille im Kirchenschiff.

Unglaubliche Reaktion

Was mögen Neulinge im Publikum empfunden haben, als sich bei "Der Frieden beginnt in mir" alle Besucher spontan von den Plätzen erhoben, sich die Hände reichten und leise mitsangen. Dann kurze Stille und schließlich aufbrausender Applaus. Pater Georg dankte mit den Worten: In jedem Menschen ist das Göttliche!