Noch ist die Frist nicht abgelaufen: Der schwedische Betreiber der Franz von Prümmer Klinik, die Capio-Aktiengesellschaft, will 75 Prozent ihrer Aktien im Wert von etwa 900 Millionen Dollar verkaufen. Der Interessent aus Frankreich, Ramsay Generale de Sante, hat noch diese Woche Zeit, um sich für oder gegen den Kauf der Aktien zu entscheiden. Laut einer Nachrichtenagentur gehört Ramsay Generale de Sante zu 50,9 Prozent dem australischen börsennotierten Unternehmen Ramsay Health Care.

Auswirkungen in der Region?

Ob der Verkauf Auswirkungen auf die Beschäftigten am Standort in Bad Brückenau hat, ist nicht klar. Der Betriebsrat der Franz von Prümmer Klinik beruft sich auf die unternehmensinterne Kommunikationsstrategie: "Auskünfte zu diesem Thema gibt lediglich die Geschäftsführung."

Klaus Wöhrle aus der Geschäftsführung des Capio-Konzerns betont, dass sich im Falle eines Verkaufs nur wenig ändern würde. "Wir würden dann vielleicht nicht mehr Capio heißen oder hätten ein anderes Logo. Für die Standorte hat ein Eigentümerwechsel keine Bedeutung." Beim Verkauf seien nicht die Standorte, sondern lediglich die Aktien im Fokus.

Nicht vom Verkauf betroffen wären die Arbeitnehmer des Landkreises Bad Kissingen. "27 Angestellte des Landkreises arbeiten am Standort Bad Brückenau", teilt Melanie Hofmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis, mit. Diese sind hauptsächlich im Bereich der Pflege tätig. Entlassungen haben die 27 Mitarbeiter des Landkreises nicht zu befürchten: "Der neue Eigentümer muss im Falle des Kaufs unser Personal weiterhin beschäftigen." Der Grund dafür liegt in einem sogenannten "Personalgestellungsvertrag" zwischen der Capio Aktiengesellschaft und dem Landkreis. Das heißt: Diese 27 Menschen sind beim Landkreis Bad Kissingen angestellt und bleiben das auch.

Bei einem Verkauf würde der Vertrag noch immer in Kraft bleiben. "Der garantiert auch über ein Jahr hinweg, dass es keine Entlassung unserer Arbeitnehmer gibt." Wie es für die restlichen Angestellten weitergeht ist unklar, auch die Gewerkschaft ver.di kann dazu keine Auskunft geben.