Fichtengipfel werden rot, Bäume sterben ab - vielerorts zeigen Fichtenwälder der Region zur Zeit dieses Bild. Grund dafür sind vor allem die Borkenkäfer. "Sie befallen die Bäume und legen unter deren Rinde ihre Eier ab. Durch ihre Bohrgänge schnüren sie dem Baum den Saft ab und er stirbt ab", weiß Forstamtrat Joachim Dahmer.

Windwürfe, Schneebruch oder Trockenheit schwächen die Bäume und erhöhen dadurch das Angebot an Brutraum in Fichtenwäldern. "Ausgehend von der Trockenheit des letzten Sommers hat der Borkenkäfer hervorragende Startvoraussetzungen vorgefunden", so Forstamtmann Michael Sautter. Das trocken und warm begonnene Frühjahr hat der Käferpopulation zusätzlich in die Arme gespielt. "Die feuchte und teilweise kühle Witterung der letzten Wochen dagegen hemmt die Käfer etwas und hilft dem Wald ungemein", so Dahmer.

Das alleinige Fällen hilft nicht

Die beiden Förster vertreten ihren Kollegen im Raum Bad Brückenau. Während Dahmer zusätzlich für die Gemeinden Motten, Bad Brückenau, Geroda und den oberen Sinngrund zuständig ist, kümmert sich Sautter um die Privat- und Kommunalwälder in Zeitlofs, Schondra und Oberleichtersbach. Mit Schrecken sehen sie die rasche Entwicklung von immer neuen, käferbefallenen Flächen. Durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt werden betroffene Waldbesitzer angeschrieben und zur Beseitigung der vom Borkenkäfer befallenen Bäume gemahnt. Wichtig ist, neben der laufenden Kontrolle durch den Waldbesitzer, so die Experten, das zügige Fällen und Abtransportieren des Holzes. Denn auch in der noch saftigen Rinde frisch gefällter Bäume vermehren sich die Käfer weiter. Das alleinige Fällen hilft also nicht.

Hilfe bekommen Waldbesitzer bei den Förstern der Bayerischen Forstverwaltung (Beratung) und den Forstbetriebsgemeinschaften (Unternehmereinsätze). Um betroffene Waldbesitzer zu unterstützen, bieten die beiden staatlichen Förster zusammen mit der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale w.V. eine Informationsveranstaltung am Mittwoch, 19. Juni, 19 Uhr, im Gasthaus Dreistelzhof in Oberleichtersbach-Dreistelz an. Themen der Veranstaltung sind unter anderen "Wie erkenne ich befallene Bäume?", Sammeldurchforstungen mit dem Harvester, Wiederaufforstung mit finanzieller Förderung.

Anmeldung

Um entsprechend planen zu können, wird um eine Anmeldung beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Stephan Schmitt, Tel.: 0971/7125102, oder stephan.schmitt@aelf-ns.bayern.de gebeten.