Etwas mehr als 40 Bürger waren es, die am Dienstagabend die Georgi-Halle füllten. Auch gut die Hälfte der Stadträte war darunter. In bewährter Weise ließ Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) das vergangene Jahr Revue passieren. Die Generalsanierung der Mittelschule, die im Sommer startet, sowie der Ausbau der Kissinger Straße waren dabei für sie die wichtigsten Maßnahmen.

Danach tauschten sich die Bürger etwa zwei Stunden mit der Rathaus-Chefin aus. Heike Greenberg-Kremser regte rauchfreie Spielplätze sowie Open Air-Kino im Kurpark an. Claudio Kleinhans schlug vor, die Stadtratssitzungen online zu übertragen, um mehr junge Menschen für Kommunalpolitik zu gewinnen. Mascha Kirchner wünschte sich eine schönere Bepflanzung vor dem Rathaus und an anderen Stellen der Stadt.


Jugendliche bereiten Sorgen

Die Bürgermeisterin erklärte viele Hintergründe - etwa warum die Stadt so wenig gegen verfallende Häuser in der Ludwigstraße tun könne. Die Immobilien seien in Privatbesitz. Manche Eigentümer könne die Stadt nur schwer oder überhaupt nicht erreichen. "Wir können nicht jedes marode Haus als Stadt aufkaufen", sagte sie und verwies darauf, dass es für Gebäude in der Innenstadt Fördermöglichkeiten bei einer Sanierung gebe.

Ein ernstes Thema lag Anton Kiefer, dem ehemaligen Geschäftsleiter der Stadtverwaltung, am Herzen. Er sprach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, die in der Stadt herumlungern und für Unruhe sorgen. "Ich glaube, dass man mit polizeilichen Maßnahmen nur wenig erreicht", sagte Kiefer und schlug vor, dass Gemeindejugendpflegerin Ulrike Abersfelder die jungen Leute aufsuchen könnte. Meyerdierks hielt das für eine gute Idee, meinte aber, die junge Frau könne nicht allein dorthin geschickt werden. "In dem Moment, wo Drogen und Alkohol im Spiel sind, ist es sehr schwer, an die Jugendlichen heranzukommen", sagte sie.


Braucht die Stadt noch ein Hotel?

Yvonne Engberink, die vor zwei Jahren in die Stadt gezogen ist, meldete sich ebenfalls zu Wort. Sie bescheinigte Bad Brückenau, ein schönes Städtchen zu sein. "Ich denke, hier ist Potenzial", sagte sie. Allerdings könne sie nicht verstehen, warum die Bürgermeisterin ein Drei-Sterne-Hotel ansiedeln wolle. Ihrer Erfahrung nach kämpften schon die bestehenden Häuser um ihre Gäste. Meyerdierks und auch Kiefer - der seiner ehemaligen Chefin beisprang - argumentierten damit, dass bislang ein Haus in der Stadt fehle, das größere Reisegruppen aufnehmen könne, die mit Bussen anreisten.

Zuletzt wurde noch über die Anleinpflicht von Hunden gesprochen. Es sei tatsächlich so, dass auf dem Kirkhamweg zwischen Stadt und Staatsbad Hunde frei herumlaufen dürfen, erläuterte Michael Worschech von der Stadtverwaltung.



Weitere Beiträge von den Bürgern:

Matthias Jost: Wo blieb das Geld?
Was aus dem Geld geworden ist, das die Werbegemeinschaft gewonnen hatte, wollte Matthias Jost wissen. Der Förderpreis der Rid-Stiftung in Höhe von 15.000 Euro war für eine Studie verwendet worden. Das Ergebnis sei "mit Verlaub nichts anderes als unser städtebauliches Entwicklungskonzept" gewesen, antwortete die Bürgermeisterin. Nach Protest habe die Stiftung Beratung für einzelne Mitglieder der Werbegemeinschaft möglich gemacht, schilderte sie. Warum die Arbeitskreise zur Belebung der Innenstadt eingeschlafen seien, kommentierte 2. Bürgermeister Jürgen Pfister. Per Mail habe sich niemand zur Mitarbeit gemeldet. Da habe man das Projekt erst einmal zurückgestellt.

Franziska Kaul: Ein Konzept fehlt
"Wirklich bescheiden" nannte Franziska Paul die Spielplätze in der Stadt. Was für kleinere Kinder vielleicht noch geeignet sei, gefalle größeren schon nicht mehr. Sie wünscht sich mehr und altersgerechtere Spielgeräte auf den Plätzen. "Hier haben wir wirklich Handlungsbedarf." Die Bürgermeisterin schilderte beispielhaft, dass nun schon der dritte Anlauf genommen werde, um ein Sonnensegel für den Wasserspielplatz im Siebener Park zu beschaffen. Zufrieden war Kaul mit den Ausführungen nur "bedingt". "Es gibt kein ganzheitliches Konzept. Die Stadt macht hier und dort ein bisschen. Das klingt für mich eher nach Schadensbegrenzung", sagte sie auf dem Weg nach Hause.

Klaus Neisser: Wege wachsen zu
Gleich mehrere Punkte sprach Klaus Neisser an. Der Zustand vieler Wanderwege um die Stadt sei bedauerlich. Die Poller, die eigentlich die Durchfahrt durch Langeller und Auerhahnweg verhindern sollen, fehlen aktuell. Auch die Crailsheimstraße sei "alles andere als eine Wohnstraße". Kritisch äußerte er sich über das geplante Baugebiet im Straßfeld. "Wir haben überall Leerstand. Da brauchen wir unsere schöne Landschaft nicht zu zerstören", sagte er. Außerdem erkundigte er sich, warum der Zugang zum Georgi-Wasser abends nur bis 18 Uhr möglich sei - und das im Sommer. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks führte als Grund die häufigen Fälle von Vandalismus an.