Etwas düster ist der Raum, in dem sich die Hospizhelfer aus dem Landkreis Bad Kissingen zum Austausch treffen. Grell strahlt das Bild des Beamers auf die Wand. Knapp 20 Ehrenamtliche lernen, wie sie Düfte bei der Sterbebegleitung einsetzen können. Kamille beruhigt. Basilikum oder Ingwer wirken antidepressiv. Fenchel, Myrre und Rosmarin beleben. Unvermittelt erzählt einer eine kleine Anekdote - und dann wird kräftig gelacht.

"Lachen ist für uns in der Hospizarbeit sehr wichtig. Auch, wenn es ein ernstes Thema ist", sagt Petra Reith nach dem Treffen. Für die Malteser koordiniert sie die Hospizarbeit im Landkreis. Drei Gruppen in Bad Brückenau, Hammelburg und Münnerstadt gibt es, wobei der Bereich Bad Kissingen zu Münnerstadt zählt. "Es ist uns wichtig, dass es einen nicht persönlich belastet, wenn man diese Arbeit macht", erklärt Reith. Deshalb funktioniert Hospizarbeit nur mit einer fundierten Ausbildung, regelmäßiger Supervision und Weiterbildungen.


Der Bedarf steigt

"Sterben ist halt auch Leben", sagt Reith. "Es bringt wirklich viel, wenn man sich darauf einlässt." In Bad Brückenau haben sich zehn Menschen darauf eingelassen und sich zum Hospizhelfer ausbilden lassen. Margit Blank ist eine davon. "Wir versorgen die Seniorenheime", sagt sie. Aber nicht nur für Pflegeheime möchte die Hospizgruppe Ansprechpartner sein.

Jederzeit können sich Angehörige, die zuhause pflegen, melden - selbst wenn es nur darum geht, sich zu versichern, dass alles für den Sterbenden getan wird. "Der Bedarf steigt. Und unserer Gruppe wird langsam älter", sagt Blank. "Wir brauchen auf jeden Fall wieder Nachwuchs."


54 Sterbebegleitungen schloss der Hospizdienst der Malteser im vergangenen Jahr im Landkreis Bad Kissingen ab.

36 Ehrenamtliche engagieren sich aktuell beim Hospizdienst der Malteser allein im Landkreis Bad Kissingen.


Nächster Kurs für Hospizhelfer:

Termin Im kommenden Jahr startet ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Hospizhelfer. Los geht's voraussichtlich Ende Januar. Im Herbst ist ein Informationsabend für Interessierte in Bad Brückenau angedacht. Weitere Informationen gibt Petra Reith, Tel.: 0157/ 5504 2113.

Voraussetzungen Die Bereitschaft, sich mit dem eigenen Leben und Sterben auseinanderzusetzen, ist ganz wichtig für ehrenamtliche Hospizhelfer. Darüber hinaus sind Einfühlungsvermögen, Zuhören können und Zeit wesentliche Kriterien.

Umfang 110 Ausbildungsstunden umfasst der Kurs für die Ausbildung zum Hospizhelfer. Er dauert etwa ein Dreivierteljahr. Drei Wochenenden und elf Themenabende sind fester Bestandteil. Anschließend folgt ein Praktikum für drei oder vier Monate. Erst danach entscheiden die Teilnehmer, ob sie sich ein Ehrenamt im Hospizbereich vorstellen können.


Ein Interview zum Thema lesen Sie hier.