Eine Mahnung für die nächsten Generationen, so bezeichnet der Förderkreis Städtepartnerschaft Bad Brückenau e.V. das neu aufgestellte Denkmal direkt neben dem Kriegermahnmal am Platz neben dem Alten Rathaus. Ein halbes Jahr lang hat es gedauert, das Projekt auf den Weg zu bringen. Stadt und Förderkreis haben es gemeinsam erarbeitet, doch geplant war es von Seiten des Förderkreises schon länger. Es gehe vor allem um eine Vervollständigung der jüngeren Geschichte, die durch Freundschaft und Herzlichkeit geprägt sei. "Die Geschichte endet ja nicht mit dem Zweiten Weltkrieg", sagt Helga Weißenberger, Schriftführerin im Förderkreises. Seit über 30 Jahren engagiert sie sich im Verein. Vielmehr sei es wichtig, mit einem Denkmal darauf aufmerksam zu machen, dass Bad Brückenau seit fast 40 Jahren mit Ancenis in Frankreich und seit 23 Jahren mit Kirkham in England intensive Freundschaften pflege.

Erst im vergangenen Sommer, beim Besuch der Engländer und der Deutschen in Ancenis, nahm die Besuchergruppe an einer offiziellen Feier teil. Dort wurden verschiedene Gedenksteine, die an die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg erinnerten, an einer zentralen Gedenkstätte in Ancenis zusammengefügt. Dabei betonten die Redner die Freundschaft zwischen den drei Ländern.

"Wenn unsere Freunde aus England und Frankreich uns im nächsten Jahr besuchen, dann stehen wir gemeinsam am Alten Rathaus und singen Hannes Waders Antikriegslied Es ist an der Zeit, sagt Weißenberger.

Stadt unterstützt Vorhaben

Das Gedenk-Monument am Alten Rathaus mit den vier Namenstafeln der beiden Weltkriege - und eingemeißelt auf der Rückseite der vorhergegangenen Kriege in den Jahren 1866 sowie von 1870-71 - wurde ursprünglich von Karl Heidelmeier und den Reservisten initiiert. "Das ist echt gelungen und symmetrisch, deshalb war ein passender Platz für den Freundschaftsstein ein paar Schritte weiter", erklärt Weißernberger. Die Stadt unterstützte das Vorhaben des Förderkreises von Anfang an.

Jan Marberg als Kulturamtsleiter ist das Bindeglied zwischen Stadt und Verein: "Ich sehe den Stein als sensible und feine Geste der Stadt Bad Brückenau, dass wir heute Freunde sind. Daran möchten wir auch in Zukunft erinnern", sagt er zum Thema. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, darauf zu bauen und sich dessen bewusst zu sein. Auch für die nachfolgenden Generationen müsse das sichtbar werden. Am Prozess beteiligt war der Städtische Bauhof, der zusammen mit Marberg und Weißenberger den Findling als Grundlage für die Städtefreundschaftstafel ausgewählt, bearbeitet und aufgestellt hat. Jetzt fehlt noch die Tafel, die im Rahmen der Feier am Volkstrauertag offiziell mit einem Festakt eingeweiht wird.

Auszug aus dem Antikriegslied von Hannes Wader Es ist an der Zeit:

"Weit in der Champagne im Mittsommergrün,

dort, wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn,

da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht

im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.

Auf deinem Kreuz finde ich, toter Soldat,

deinen Namen nicht, nur Ziffern, und jemand hat

die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt,

und du warst nicht einmal neunzehn Jahre'alt."