Es ist die Strecke zwischen Motten und Kothen, die der Polizei besonders Sorge bereitet. Sechs Motorradunfälle passierten hier zwischen Mai und September, sechs Menschen verletzten sich, drei davon schwer. "Da haben wir viele Beschwerden", berichtet Klaus Wiesler, Verkehrssachbearbeiter an der Polizeiinspektion (PI) Bad Brückenau.

Der Bereich ist kurvenreich und neu ausgebaut. "Erwartungsgemäß zog die Strecke auch sehr viele auswärtige Kradfahrer an", heißt es in der Verkehrsstatistik für das vergangene Jahr. So stieg auch die Zahl der Motorradunfälle im Altlandkreis insgesamt deutlich: 20 statt elf Unfälle wie im Vorjahr registrierte die Polizei. Acht Schwerverletzte (2016: 7) und elf Leichtverletzte (2016: 6) sind die erschreckende Bilanz.

Die Polizei kann in Motten wenig tun. Das sinnlose Auf- und Abfahren, das Bürger genervt beobachten, ist laut Straßenverkehrsordnung verboten. Der Bereich sei aber gut einsehbar, erklärt Wiesler. Wartende Polizisten könnten schon von Weitem erkannt werden, erklärt Wiesler. Und die Kurven lassen ein Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde ohnehin nicht zu. Dennoch will die Polizei die Strecke im Auge behalten. "Das wird auch in diesem Jahr wieder verstärkt verfolgt. Da lassen wir nicht locker", sagt Wiesler.


40 Prozent mehr Unfallfluchten

Insgesamt legten die Unfallzahlen stark zu, und zwar von 522 im Vorjahr auf 598 im Jahr 2017. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Der Anstieg ist fast ausschließlich mit Kleinunfällen zu erklären. " Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden ist zurückgegangen. Wir hatten auch keine Verkehrstoten", sagt Klaus Wiesler. Nur 20 Menschen verletzten sich im Straßenverkehr schwer, 31 wurden leicht verletzt. 2016 waren es noch 21 Schwer- und 48 Leichtverletzte.

Auffällig ist ein Anstieg bei den Unfallfluchten um 40 Prozent. 91 Autofahrer (2016: 65) wollten sich ihrer Verantwortung entziehen. "Die Ehrlichkeit lässt nach", schildert Wiesler seinen Eindruck. Meist handelt es sich dabei um Kleinunfälle wie Parkrempler, zweimal gab es aber auch Verletzte. Die Polizei konnte 32 Unfallfluchten aufklären.


Aus der Bad Brückenauer Verkehrsstatistik 2017

Alkohol und Drogen Etwa 10.000 allgemeine Kontrollen führten Polizisten im Altlandkreis durch. 30 Autofahrer wurden betrunken am Steuer erwischt. Bei 16 Fahrern wurde Drogenkonsum nachgewiesen. In vier Fällen passierte unter Alkoholeinfluss ein Unfall.

Fahranfänger Jüngere Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren waren an 32 Unfällen beteiligt, von denen sie 21 verursachten. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um elf Prozent. Dennoch gibt die Polizei keine Entwarnung, denn zwölf Menschen wurden dabei leicht und zwei sogar schwer verletzt.

Schulweg 2017 gab es wie schon im Vorjahr keinen Unfall auf dem Schulweg. Um Schüler auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, leistet die Polizei Präventionsarbeit - im vergangenen Jahr waren es 580 Stunden.

Senioren Die Zahl der durch ältere Menschen schuldhaft verursachten Unfälle stieg um 20 Prozent. Von 36 Unfällen, an denen über 65-Jährige beteiligt waren, wurden 24 von diesen verschuldet.

Wildunfälle Einen starken Anstieg registrierte die Polizei bei Wildunfällen. 245 Mal krachte es 2017. Im Vorjahr waren es nur 193 Wildunfälle.