Anfang Juni beschlossen die Stadtvertreter, die Wernarzer Brücke über die Sinn endlich ersetzen zu lassen. Gedacht wurde ganz groß - bis zu 60 Tonnen sollten über die neue Brücke rollen können, dafür hatte sich unter anderem Feuerwehrreferent Manfred Kaiser (CSU) eingesetzt. Der Stadtrat knüpfte seine Entscheidung damals an die Bedingung, dass der Neubau zu mindestens 60 Prozent gefördert werden müsse. Doch was die Stadtverwaltung den Räten vorstellte, stieß einigen sauer auf.

Eine Förderung über ein Programm der Europäischen Union sei zwar möglich, aber an mehrere Bedingungen geknüpft. Die Stadt müsse zunächst Planungskosten von mehr als 10.000 Euro stemmen, um einen Vorschlag einzureichen. Alle Anträge aus Bayern würden in der Folge nach bestimmten Kriterien bewertet und nach ihrer Dringlichkeit geordnet. Dann erst erfolge die Ausschüttung der Gelder - bis der Topf leer sei.

"Ein reines Lotteriespiel", schimpfte die Fraktionsvorsitzende der PWG, Birgit Poeck-Kleinhenz. "Eine Unverschämtheit seitens des Förderers", setzte Benjamin Wildenauer, Fraktionsvorsitzender der SPD, noch eins drauf. Eberhard Schelle (PWG) sprach sich gar dafür aus, die Brücke zu lassen, wie sie ist.


Kleine Brücke nicht förderfähig

"Wir brauchen definitiv eine Brücke, nicht nur für Traktoren", machte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) klar, dass die Brücke an einer äußerst beliebten Wanderroute liege. Der Stadtrat hatte sich in seiner Sitzung im Juni auch deshalb für eine Traglast von 60 Tonnen ausgesprochen, weil die Kosten für die Stadt - vorausgesetzt, eine Förderung würde bewilligt - sogar niedriger ausfallen würden als der Bau einer Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer, die nicht als förderfähig gilt. Leo Romeis, Sachbereichsleiter für Finanzen, schlüsselte das erneut anhand der Zahlen auf: Würde sich der Stadtrat für die große Brücke entscheiden und eine Förderung über das Eler-Programm bekommen, so bliebe ein Eigenanteil von 124.000 Euro.

Der Neubau einer einfachen Brücke für Fußgänger und Radfahrer koste dagegen 151.000 Euro, erklärte Peter Karl vom Baubüro. Die Variante mit einer Fahrbahnbreite von drei Metern und einer zulässigen Höchstlast von zwölf Tonnen koste sogar 190.000 Euro. Auch hier gebe es keine Aussicht auf eine Förderung. Die Räte diskutierten das Thema engagiert. Während der Debatte wurde deutlich, dass bereits seit drei Jahren an der Wernarzer Brücke geplant wird und schon jetzt etwa 6000 Euro Honorarkosten für das Ingenieurbüro im Raum stehen.

Schlussendlich lehnte der Stadtrat mit 4:11 Stimmen ab, eine Förderung über das Eler-Programm zu beantragen. In der nächsten Sitzung sollen zwei Varianten vorgestellt werden: die Kosten für eine Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer sowie eine Überquerungsmöglichkeit für leichtere Fahrzeuge.


Punkt für Punkt aus dem Stadtrat:

Bauanträge Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) gab folgende Bauvorhaben bekannt: Neubau einer Doppelgarage mit Abstellraum im Lehmäckerweg in Römershag; Nutzungsänderung einer Penthouse-Wohnung in drei Gästewohnungen und Bau einer Feuerwehrrettungstreppe in der Malteser Klinik; Abriss eines Hauses mit Scheune in der Hauptstraße in Volkers.

Einwilligung Einstimmig gab der Stadtrat grünes Licht für die Ausweisung eines Baugebiets des Marktes Schondra. Am Heppengraben sollen 15 neue Bauplätze entstehen. Als Träger öffentlicher Belange wird die Stadt Bad Brückenau um eine Stellungnahme gebeten.

Friedhof Friedhofsreferent Eberhard Schelle (PWG) informierte über die Friedhöfe. Gerade der Friedhof in der Leimbachstraße sei in prekärem Zustand, so dass die PWG in einer Aktion für Ordnung gesorgt hatte. Schelle appellierte an die Stadtverwaltung, die Wege mit Kies nachzuschottern, einheitlich Rindenmulch auf freien Grabstellen zu verteilen und die Grabbesitzer daran zu erinnern, dass sie einen Streifen von 30 Zentimetern um das Grab herum von Unkraut frei halten müssen.

Lidl-Markt Der Stadtrat hatte keine Einwendungen gegen die Erweiterung des Lidl-Marktes in der Kissinger Straße. Der Markt soll um gut 150 Quadratmeter größer und der Eingangsbereich um 52 Quadratmeter erweitert werden.

Pfosten Birgit Poeck-Kleinhenz (PWG) erkundigte sich, warum die Pfosten in der Altstadt nicht eingesetzt worden seien. Meyerdierks wies darauf hin, dass in der Badersgasse ein Kran stehe und die Feuerwehr deshalb die Durchfahrt durch die Altstadt benötige.

Telekom Einig waren sich Stadtrat und Stadtverwaltung in ihrem Unmut über die Telekom. Auf den Baustellen gehe es nicht recht vorwärts und die Ausbesserung der Schäden lasse auf sich warten. Peter Karl vom Baubüro hat bereits eine Beschwerden an die Telekom geschickt.