Es ist ein Dämpfer, nachdem die Gästezahlen im Jahr 2014 stabil gebliebensind. Erstmals seit dem Jahr 2010 sinkt die Zahl unter die Marke von 300.000 Übernachtungen. Das sind gut 3000 Übernachtungen weniger als noch 2014. "Das schmerzt auch richtig", sagt Karin Bauer, Leiterin der Tourist-Info, "aber wir haben das nicht in der Hand." Der Rückgang entspricht etwa einem Prozent - wobei die Statistik nicht zwischen Unterkünften in der Stadt und im Staatsbad unterscheidet.


Gäste bleiben mehrere Tage

Ein Grund mag wohl darin liegen, dass das vergangene Jahr schleppend anlief. "Trübes, tristes Wetter und kein Schnee. Das ist einfach spürbar", sagt Bauer und erinnert an das kalte und verregnete Osterfest. Der Blick auf die Zahl der Gesamtankünfte und der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer jedoch zeichnet hingegen ein besseres Bild. Nach den Hochjahren 2011 und 2012bewegt sich die Zahl der Ankünfte ziemlich konstant um die 60.000. 2013 waren es 59.587, ein Jahr später 60.446 und 2015 schließlich 60.239. Ähnliches gilt für die Dauer des Aufenthalts. Durchschnittlich bleiben Urlauber fünf Tage in der Stadt. Auch hier ändert sich nur marginal etwas, 2013 waren es rund 5,07 Tage, 2014 dann 4,98 und im vergangenen Jahr mit 4,9 geringfügig weniger.

"Das ist ein Trend, der alle betrifft", schildert Bauer den harten Konkurrenzkampf um die Gäste. Deshalb ist es wichtig, dass Bad Brückenau am Ball bleibt. "Wir haben die Wanderwege digitalisiert. Sie sind auf unserer Homepage abrufbar", zählt Bauer eine Neuerung auf. Auch bei den bewährten Sonntagskonzerten, die von Mai bis Oktober in der Georgi-Kurhalle stattfinden, gibt es eine Änderung. Sie werden in dieser Saison erstmals nachmittags um 14.30 Uhr stattfinden. Einen großen Wunsch hat Bauer noch: Es wäre schön, wenn sich wieder eine Bewirtschaftung für die Georgi-Halle finden würde - zumindest am Sonntagnachmittag - , damit die Besucher Kaffee und Kuchen genießen können.


Vorteile des Kurbeitrags nutzen

Dass es immer wieder Urlauber in die schöne Landschaft der Rhön verschlägt, ist bekannt. Logisch ist auch, dass die gute Anbindung an die Autobahn der Stadt zusätzlich Besucher beschert. Viele davon übernachten im Hotel Zur Krone direkt am Marktplatz. "Viele sind auf der Durchreise", erzählt Dustin Schlößinger. Er beherbergt viele Gäste aus Norwegen, Schweden und Dänemark, die weiter gen Süden wollen.

Gäste, die nur über Nacht in der Kurstadt bleiben, müssen keinen Kurbeitrag bezahlen. In der Stadt würden sonst 2,50 Euro, im Staatsbad sogar 2,80 Euro pro Tag fällig. "Ich mache das davon abhängig, wann die Gäste kommen", berichtet Schlößinger. Und natürlich sagt er seinen Gästen auch, wofür sie ihre Gästekarte nutzen können. So wird der Betrag beim Eintritt in die Therme Sinnflut oder ins Deutsche Fahrradmuseum angerechnet, die kostenfreie Nutzung aller Linienbusse im Landkreis und hinauf zum Kreuzberg gehört auch dazu - um nur einige Beispiele zu nennen. "Meine Gäste fahren gerne einmal nach Bad Kissingen oder hinauf zur Gemündener Hütte", berichtet Schlößinger. Er findet, dass die Vorteile des Kurbeitrags noch mehr herausgestellt werden könnten. Flyer dazu liegen in der Tourist-Info aus.