Ein letztes Mal werden die Instrumente gestimmt, bis alles passt. Dann kann es losgehen, das Weihnachtskonzert von "Young Beats" in der Friedenskirche in Bad Brückenau. Die jungen Talente haben zusammen mit ihrem Gesangs- und Instrumentallehrer Christian Hirschler ein buntes Programm vorbereitet. Wie jedes Jahr wartet auf die Besucher eine Reise durch die aktuellen Charts, denn die Jugendlichen suchen sich die Stücke selbst aus, die sie präsentieren.

Souverän führt Xenia Heidelmeier die Zuhörer durch den Abend. Zuerst kündigt sie einige Solosänger an, die eindrucksvoll ihr Können unter Beweis stellen. Die Jugendlichen tragen ihre Lieblingslieder vor, von "Pink" bis "Linkin Park" ist alles dabei.

Auch Xenia selbst hat ihren großen Auftritt mit dem Song "I Dreamed A Dream" von Claude-Michel Schönberg.
Anschließend sind die Duette an der Reihe. Sini Leitner und Charlotte Kunkel sind aufgeregt. Sie müssen gleich beide jeweils mit ihren älteren Brüdern auf die Bühne. Doch die beiden Mädchen wissen aus Erfahrung: Sobald der erste Ton gesungen ist, verfliegt die Aufregung und es macht einfach nur noch Spaß.

Stolze Eltern, stolzer Lehrer

In der Pause werden die jungen Sängerinnen und Sänger von ihren stolzen Eltern umarmt. "Sie haben das wieder ganz toll gemacht", lobt Regina Hahn begeistert. Ihr Sohn Yannick ist seit einem Jahr dabei. Er hat "How to love" von Lil Wayne gesungen - und die Mutter war vor dem Auftritt mindestens genauso nervös wie Yannick selbst.

Auch Suvi Leitners Kinder sind Teil der "Young Beats". Ihr gefällt besonders die gemütliche, lockere Atmosphäre des Konzerts in der festlich geschmückten Kirche. Weihnachtliche Stimmung verbreitet auch der Verkauf von Glühwein und Kuchen, der von einigen engagierten Eltern organisiert wurde. Diesen und anderen Freiwilligen ist es zu verdanken, dass sich das Projekt "Young Beats" weitgehend selbst finanzieren kann.

Der Erlös aus den Verkäufen bei den etwa fünf Konzerten, die jedes Jahr gegeben werden, gewährleistet zusammen mit Spenden, dass die Bandproben für die Familien der Jugendlichen keine zusätzlichen Kosten mit sich bringen.

Bands rocken die Kirche

Nach der Pause ziehen andere Töne in der Kirche ein. Die Bands spielen auf, und das darf laut sein. Erstmals hat Hirschler auch jüngere Schüler in das Programm mit eingebunden, die noch nicht in einer festen Band mitspielen. "Ich wollte, dass sie einfach mal die Konzertatmospähre mitbekommen." Obwohl die Kids das erste Mal auf der Bühne stehen, schaffen sie es mit "True Colours" von Cyndi Lauper, bei so manchem Zuhörer Gänsehaut zu erzeugen.

"SixTimesNo" hat schon etwas mehr Erfahrung, die Band probt schon seit einem Jahr zusammen und präsentiert nun das Ergebnis ihrer Mühen. Mit Erfolg. Die Jugendlichen bringen richtig Stimmung ins Publikum. Die Mitglieder von "The Tube" sind die alten Hasen von "Young Beats". Mit Nikolausmützen auf dem Kopf lassen sie sogar Bob Marleys "No Woman No Cry" weihnachtlich wirken. Zu ihnen gehört auch Dominik Müller. "Das Stagediving nach dem Konzert ist immer das Beste", witzelt der 17-Jährige.

Besonders stolz ist natürlich Hirschler selbst, der die Fortschritte seiner Schützlinge über das Jahr beobachten kann. "Das Konzert ist sehr gut gelaufen", freut sich Hirschler. "Alle Schüler haben sich überdurchschnittlich gut präsentiert."

Am Ende wurde es dann noch so richtig weihnachtlich. Alle zusammen sangen aus vollen Kehlen "Oh du Fröhliche". Und das passt ja auch, immerhin war das traditionelle Weihnachtskonzert just auf den Nikolaustag gefallen.