Es ist warm in der Küche, eine Stunde läuft der Ofen bestimmt schon. Suvi Leitner hat "Silakalaatiko" gemacht, einen finnischen Fischauflauf. "Das ist ein einfaches, bodenständiges Gericht", sagt sie. Ihre Mutter ist Finnin, ihr Vater Deutscher. Leitner ist beides, aber: "Je älter ich werde, desto wichtiger werden mir meine finnschen Wurzeln", sagt die gebürtige Münchnerin.

Finnland - für Suvi Leitner ist das die große Schneeschaufel ihres Großvaters, die bestimmt dreimal so breit ist wie die deutsche Variante. Es ist der Stuhl auf Kufen, auf dem sie mit ihrer Schwester im Winter die Hügel hinunter sauste. "Als ich Kind war, hat man damit noch Leute auf dem Gehsteig fahren sehen", erinnert sie sich leise lächelnd. Es ist der "blaue Wind", wie die Finnen eine bestimmte Stimmung im Frühsommer nennen und an dessen Anlehnung sie ihre Tocher "Sini" genannt hat.

Und es ist natürlich "Mökki", das Sommerhäuschen, in dem die Familie Urlaub macht. "Es gibt keinen Strom und das Wasser holen wir von einer Quelle", erzählt Sini. "Aber Handy-Empfang gibt es!", stellt ihr Bruder Valentin klar. Das gehöre sich schließlich für das Land, in dem der Handy-Hersteller "Nokia" zuhause ist.


Brieffreundschaft in München

Ursprünglich stammt Leitner aus der Region Espoo, westlich von Helsinki. Das Sommerhaus der Familie aber steht im Nordosten Finnlands, an der Straße nach St. Petersburg. Jedes Jahr machen die Leitners in der Familiensauna Großputz. Dazu wird der Saunawichtel auf seinem Stein an den See getragen. "Dort badet er und am Abend tragen wir ihn in die frisch geputzte Sauna zurück", erzählt Leitner.

Noch schöner aber ist die Geschichte vom Seegeist. Einmal im Jahr bringt die Oma ihm einen Schluck Saft. "In den letzten Jahren hat sie ihm Bier gebracht, ganz sicher!", behauptet Sini felsenfest. Die Frau, die damals ihrer Brieffreundschaft nach München folgte, hat ihren Enkeln den Ort ihrer Kindheit lieben gelehrt. Dann kehrt die Familie gedanklich zurück nach Deutschland. Nach Bad Brückenau. In die Küche. Der Auflauf ist fertig.


"Silakalaatiko" - traditioneller finnischer Fischauflauf

Zutaten Ein gutes Kilo Kartoffeln, 300 bis 400 Gramm Fisch (zum Beispiel Matjes oder geräucherten Lachs), ein bis zwei Zwiebeln, eineinhalb Teelöffel Salz, ein halber Teelöffel weißer Pfeffer, zwei Eier, vier- bis fünfhundert Milliliter Milch, Semmelbrösel, Dill und Frühstücksspeck.

Zubereitung Kartoffeln schälen und hobeln und die erste Schicht in die Auflaufform geben. Fisch in etwa zwei Zentimeter große Stücke schneiden, Zwiebeln in Butter anbraten und mit dem Fisch vermengen. Fisch-Zwiebel-Mix auf die Kartoffeln geben, dann folgt wieder eine Schicht Kartoffeln, dann eine Schicht Fisch, eine Schicht Kartoffeln. Aus Milch, Ei und Gewürzen eine Soße anrühren und über den Auflauf gießen, Semmelbrösel darauf streuen. Statt Käse kommt eine deftige Schicht Frühstücksspeck oben auf. Der Auflauf wird bei 180 Grad Unter- und Oberhitze eineinhalb bis zwei Stunden gebacken.