Einen umfangreichen Tätigkeitsbericht legte Kommandant Georg Helfrich bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken vor. Nicht alltäglich waren in den Sommermonaten zwei Einsätze, die Wespen in der Beschofsheimer Straße verursachten. Die Wespennester wurden umgesiedelt. Der Kommandant betonte, dass eine solche Maßnahme nur in Extremfällen bei offensichtlicher Gefahr für Menschen möglich ist.


Vorauschauendes Handeln

Der knappe Wasserstand im vergangenen Jahr in Oberwildflecken habe gezeigt, dass vorausschauendes Handeln im Feuerlöschwesen auch für die Gemeinde Vorteile mit sich bringt. Mit Schläuchen konnte die Trink- und Löschwasserversorgung im kleinsten Ortsteil "gerade so aufrecht erhalten werden", berichtete der Kommandant. Bei unterschiedlichen kirchlichen Anlässen übernimmt die Feuerwehr die Verkehrssicherung. "Wie sinnvoll diese Tätigkeiten sind, hat sich am Volkstrauertag gezeigt", sagte Helfrich. Denn einige Fahrzeuge störten die Trauerfeier erheblich.

Derzeit gehören 82 Mitglieder der Feuerwehr an, davon sind 41 aktiv. Bei 18 Einsätzen wurden im vergangenen Jahr 265 Stunden geleistet. Bei Übungen, Ausbildung, Wartung und Reparaturen kommt die Wildfleckener Wehr auf rund 1290 Stunden. "Die Fülle der vorhandenen Geräte und die sich daraus ergebenden Einsatzmöglichkeiten sind für alle Feuerwehrleute eine große Herausforderung. Ich möchte daher dazu auffordern, die Übungen regelmäßig zu besuchen und Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen", sagte Helfrich, der auch darauf aufmerksam machte, dass der Wildfleckener Wehr der Nachwuchs fehlt. Kinder, die bereits musikalischen oder sportlichen Aktivitäten nachgehen, seien nur noch schwer für den Feuerwehrdienst zu begeistern. "Natürlich muss die Nachwuchs-Gewinnung eines unserer wichtigsten Ziele in den nächsten Jahren sein", sagte der Kommandant. Während der Aktionswoche der Feuerwehren, die heuer vom 17. bis 25. September stattfinden wird, will sich die Wildfleckener Wehr ganz gezielt um Mitgliederwerbung kümmern. Vorgeschlagen wurde ein Werbungssamstag im Bereich eines Einkaufs-Marktes. Geräteschau, kleinere Übungen, technische Hilfeleistung, Flyer und das persönliche Ansprechen seien dabei hilfreiche Instrumente.


Kosten für Lkw-Führerschein

"Die Zahl von 17 einsatztauglichen Atemschutzträgern kann sich sehen lassen", so der Kommandant. Die Gemeinde müsse sich in den kommenden Jahren darauf einstellen, dass unter Umständen auch Kosten für den Lkw-Führerschein übernommen werden müssen. Die Vorbereitungen zum Wilden Sommer laufen auch bei der Feuerwehr schon wieder an. Auch heuer soll wieder mit einem Festzelt gefeiert werden, der Zeltbetrieb am Freitag und am Samstag soll auf die Abendstunden beschränkt werden. Harry Schäfer berichtete von der neuen Homepage www.feuerwehr-wildflecken.de. "Fabian Beck hat sich die Mühe gemacht und eine gemeinsame Homepage für den Feuerwehrverein und die Feuerwehr erstellt und wird diese auch als Webmaster pflegen", berichtete Schäfer. Es liege nun auch an den Mitgliedern, dass die neue Internetseite interessant bleibt.


Feuerwehrhaus sanieren

Durch den Einbruch in das Feuerwehrhaus war der Austausch der Türanlage notwendig geworden. Für heuer hat sich die Wehr vorgenommen, einen Fingerabdrucksensor zu installieren, der im Alarmfall das Öffnen der Türe auch ohne Schlüssel ermöglicht. Das Feuerwehrhaus sei mittlerweile stark in die Jahre gekommen, berichtete Helfrich. Aus energetischer Sicht sollten in naher Zukunft alle Tore und Fenster ausgetauscht werden. Aus Sicherheitsgründen sei ohnehin der Austausch eines wichtigen Tores notwendig.

Diakon Donald Löw lobte die gute Zusammenarbeit bei kirchlichen Anlässen und wies auf die große Bedeutung der Verkehrssicherheit bei Prozessionen hin.


Nicht alle Wünsche sofort erfüllen

Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) machte auf die angespannte finanzielle Lage der Kommune aufmerksam und warb um Verständnis, dass eben nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden kann. Er ging auf die zahlreichen Aktivitäten der Feuerwehr ein, die weit über den Brandschutz hinausreichen.

Atemschutz: Jürgen Köstler, Leiter des Atemschutzes, machte deutlich, dass die Atemschutzträger im Einsatz unter Umständen großen Belastungen ausgesetzt sind. "Wer also gesundheitliche Bedenken hat oder am Vorabend auf einer Feier war, der sollte auf keinen Fall an einem Einsatz teilnehmen. Das gilt natürlich auch für Übungen."

Kosten: Kassier Michael Frank berichtete über die finanzielle Situation der Feuerwehr. Besonders für den neuen Gerätewagen Logistik mussten zahlreiche Beschaffungen bewältigt werden. Rollcontainer, Gitterboxen und Hubwagen waren zum Beispiel zusätzlich erforderlich. Ebenfalls ein großer Posten war die Beschaffung und der Einbau der neuen Digitalfunkgeräte. Durch die Gemeinde Wildflecken wurden zahlreiche Reparaturen, Anschaffungen, laufende Kosten und Wartungen übernommen. Bei den neuen Rollcontainern steuerte der Feuerwehrverein rund 4500 Euro bei.

Frauen in der Feuerwehr: Frauenbeauftragte Birgit Below vom Kreisfeuerwehrverband blickte auf die jahrzehntelangen Bemühungen zur Integration von Frauen im Feuerwehrdienst zurück. Gerade tagsüber, wenn viele männliche Mitglieder außerhalb der Gemeinde beruflich unterwegs sind, könnten die Frauen einen entscheidenden Beitrag zum Brandschutz leisten. Auch in Wildflecken seien weibliche Feuerwehrleute längst zur Selbstverständlichkeit geworden.