Das Bad Kissinger Landratsamt hat zum Wildfleckener Haushalt 2013 Stellung genommen, keine grundsätzlichen Bedenken vorgebracht, aber auf mögliche finanzielle Engpässe hingewiesen. Die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt kann aus den laufenden Einnahmen und Ausgaben heuer nicht erreicht werden. Die Behörde spricht von einem Fehlbetrag über 895.000 Euro. Daher müsse die Kommune verstärkt auf die Rücklagen zurückgreifen, um den Etat auszugleichen.

Erst für das Jahr 2015 rechnet das Landratsamt wieder mit einer freien Finanzspanne. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde sei daher bedroht. Im kommenden Jahr wird die Markgemeinde nach eigener Finanzplanung nicht um einen neuen Kredit herumkommen, weil große Investitionen ins Haus stehen. In der Stellungnahme heißt es, dass die Kommune an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit stoßen werde, wenn alle Großprojekte kreditfinanziert innerhalb eines Jahres in Angriff genommen würden. Es sei daher unvermeidlich, dass Investitionen aufgeschoben werden.

Verwiesen wird zudem auf diverse Defizite in kommunalen Einrichtungen wie Hallenbad, Bibliothek und Sportstätten sowie bei der Wasserversorgung. Einsparmöglichkeiten und Einschränkungen im kommunalen Leistungsangebot werden vom Landratsamt empfohlen. Die Personalkosten pro Einwohner betragen laut Stellungnahme 450 Euro und liegen damit über dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden.

Ausgaben kürzen

Die angespannte Finanzlage müsse zu einer Ausgabenkürzung bei gleichzeitiger Verbesserung der Einnahmesituation führen, fordert die Behörde. "In der Tendenz ist es das eigentlich das Gleiche wie in den Vorjahren, diesmal aber etwas schärfer formuliert", sagte Bürgermeister Alfred Schrenk (SPD).

"Über einen Innenentwicklungsberater haben wir schon öfters gesprochen. Die Kreuzbergallianz ermöglicht einen solchen Berater, der einen Tag pro Woche in einer der fünf beteiligten Gemeinden sein wird", informierte Schrenk das Gremium. Der Berater soll Interessierten alle Möglichkeiten aufzeigen hinsichtlich Sanierung, Kauf, Tausch oder Neubau von Immobilien. Angedacht ist die Vergabe von Gutscheinen über 500 Euro.

Mit diesen Gutscheinen sind Beratungsleistungen von Experten abgedeckt. Über die Vergabe der Gutscheine wird die Gemeinde entscheiden. Der Berater wird nach Auskunft mit mindestens 60 Prozent gefördert. Der Restbetrag wird unter den Kommunen der Kreuzbergallianz aufgeteilt, wobei sich die Summe nach der Einwohnerzahl bemisst. Der Grundbeitrag der Marktgemeinde steigt pro Jahr von 6000 auf 9000 Euro. Allerdings werden die Gesamtausgaben für Projekte der Kreuzbergallianz nach derzeitigen Schätzungen nicht unbedingt ansteigen, weil beim Leistungsumfang abgespeckt werden kann.

Föderprogramm für Bauherren

Schrenk informierte, dass Baulücken im Ort gezielt angegangen werden sollen. Geplant ist zudem ein kommunales Förderprogramm für Bauherren und Immobilienkäufer. "Bischofsheim hat bereits ein eigenes Förderprogramm", so Schrenk. Projekte seien dort mit bis zu 20.000 Euro gefördert worden. Auch die Entsorgung von Bauschutt könnte bei einem solchen Förderprogramm erleichtert werden. Dieses Thema war bei der Bürgerversammlung angesprochen worden.

Alte Immobilien

"Die Hauptaufgabe der Beratung liegt sicherlich im Bereich alter Immobilien. Da kann man sich ganz schnell verkalkulieren. Viele Menschen wissen gar nicht, was auf einen zukommt, wenn man ein altes Haus saniert." In der Brückenauer Allianz, wo Wildflecken ebenfalls Mitglied ist, wird die Marktgemeinde nicht mehr in ein solches Projekt einsteigen. "Das ist wichtig, das habe ich dort schon klar gemacht", so Schrenk. Die Räte stimmten dem Projekt ohne Einwände zu.