"Die Auftragsbücher der Ausbildungseinrichtungen in Wildflecken sind gut gefüllt", heißt es in einer Pressemitteilung des Gefechtssimulationszentrum Heer. Bauvorhaben in der Rhön-Kaserne seien weiter vorangetrieben worden, W-Lan-Zugänge in den Unterkunftsgebäuden der Kaserne sollen Einzug erhalten.

Dies stellte Oberst Jürgen Steinberger, der Standortälteste und Leiter des Gefechtssimulationszentrum Heer, im Rückblick auf das Jahr 2016 heraus. Er zeigte sich erfreut über die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie den zuständigen Baubehörden. Der Standortälteste begrüßte mehr als 120 Vertreter des öffentlichen Lebens zum Neujahrsempfang in der Rhön-Kaserne. Für die musikalische Gestaltung sorgte ein Bläsersextett des Heeresmusikkorps Veitshöchheim.


Strategischer Rahmen

Im Zusammenhang mit der sicherheitspolitischen Vortragsveranstaltung wies Oberst Jürgen Steinberger auf die Herausgabe des Weißbuchs 2016 hin, weil es den strategischen Rahmen und Vorgaben liefere, um die Bundeswehr als zentrales Instrument der immer effektiver vernetzten Sicherheitspolitik kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu modernisieren.

"Demokratieverständnis und ein Leben in Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich", beschrieb Oberst Jürgen Steinberger die Situation. Migration, Flüchtlinge, innere Sicherheit, Terror und die Zukunft der Weltwirtschaft seien Top-Themen, die für Schlagzeilen sorgten.

Oberstleutnant Roman Jähnel, Kommandeur der Truppenübungsplatzkommandantur Süd, verwies ebenfalls auf die vielen Ereignisse, die die Welt veränderten. Die Deutschen Aktionstage für Nachhaltigkeit seien zudem ein Leuchtturmprojekt für Umwelt- und Naturschutz gewesen. So fand eine Umwelt- und Naturschutzexkursion auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken statt. Ziel war es, die Umweltschutzarbeit der Bundeswehr zu präsentieren und zu verdeutlichen, dass militärische Nutzung und Umweltschutz miteinander vereinbar seien.


16 Millionen Euro ausgegeben

Die Bundeswehr wachse wieder. "Diese positive Entwicklung werden wir auch bei uns, in den Standorten Hammelburg und Wildflecken spüren", sagte Marina Klein, stellvertretende Leiterin des Bundeswehrdienstleistungszentrums. Zivile Arbeitsplätze würden in diesem Jahr genauso aufgestockt wie die Anzahl der Ausbildungsplätze. "Für den Ausbau der Kasernen sowie die Bewirtschaftung der Liegenschaften im Standort Wildflecken wurden im Jahr 2016 über 16 Millionen Euro ausgegeben, und für das Jahr 2017 werden eine Vielzahl von Baumaßnahmen in Höhe von derzeit geplanten zwölf Millionen Euro begonnen", sagte sie.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz ging in seinem Jahresrückblick auf das Jahrhundertprojekt Schulsanierung und den Neubau der Turnhalle ein, dessen Gesamtkosten sich auf 6,35 Millionen Euro belaufen. Die Fertigstellung ist für den Schuljahreswechsel 2018/2019 geplant. Auch die Investitionstätigkeiten in den Bundeswehrstandort Wildflecken um weitere 50 Millionen Euro bis zum Jahr 2025 erfreuten den Bürgermeister, da dies ein Zeichen für die Sicherung des Standortes sei.

Im Bereich Tourismus sei es gelungen, die Rhön länderübergreifend über Bayern, Hessen und Thüringen gemeinsam zu vermarkten und weiterzuentwickeln. Der Sitz der neu gegründeten Rhön GmbH befindet sich jetzt in Oberbach im Haus der Schwarzen Berge. "Diese zentrale Einrichtung wird in unserer Gemeinde sein - eine eindeutige Aufwertung des Hauses und des Marktes Wildflecken", ergänzte Kleinhenz. Der Bürgermeister machte deutlich, dass ohne die Unterstützung der Vertreter aus Politik und Wirtschaft eine positive Weiterentwicklung der Marktgemeinde um vieles schwerer, wenn nicht gar unmöglich sei.

Die CSU-Wahlkreisabgeordnete Dorothee Bär sagte in ihrem Grußwort, dass die Rhön-Kaserne als Paradebeispiel für die Zukunft der Bundeswehr stehe. "Deshalb freue ich mich ganz besonders darüber, dass der Bund sich dazu entschieden hat, in den nächsten Jahren weiter in diesen Standort zu investieren", ist die Parlamentarische Staatssekretärin überzeugt.


Mit regenerativen Energien

Sie ging auf die Ausbildung genauso ein wie auf die Energieversorgnung. Denn hier sei die Rhön-Kaserne Vorbild. "Erst vor Kurzem hat mir die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in einem Schreiben mitgeteilt, dass der Anteil regenerativer Energien bei der Energieversorgung der Rhön-Kaserne in Wildflecken ab dem Jahre 2018 bei mehr als 25 Prozent liegen werde", wusste die Bundestagsabgeordnete zu berichten.
"Wir brauchen mehr Personal, bessere Ausstattung, und wir müssen dafür sorgen, dass auch Soldatinnen und Soldaten Dienst und Familie vereinbaren können", machte Bär deutlich. Weiteres Thema war die Digitalisierung. Sie sei auch für die Bundeswehr elementar wichtig. Sie denke dabei an W-Lan und flächendeckende leistungsfähige digitale Infrastruktur, zum Beispiel in Kasernen. "Die Rhön-Kaserne steht gut da. Ich wünsche mir nicht nur, dass dies auch so bleibt und noch besser wird, sondern dass sie zum Vorbild für alle Standorte in Deutschland wird."


Besuch von Joachim Gauck

Schließlich stellte auch der Kommandeur Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr, Oberst Michael Uhrig, seine Ausbildungseinrichtung vor, die im vergangenen Jahr Bundespräsident Joachim Gauck besucht hatte.