"Bad Brückenau muss man schon ein bisschen lieben", sagt Gabriele Tonin und man glaubt ihm. Man glaubt ihm deshalb, weil er kein Unbekannter in der Stadt ist. Vor fünf Jahren entdeckte er auf der Durchreise das Eckhaus am Marktplatz, in dem das Eiscafé "Bassanese" ist. Er kaufte das Haus, sanierte es und heute ist die Eisdiele ein beliebter Anlaufpunkt in der Brückenauer Innenstadt. Nun schaut Tonin zum Staatsbad. Am 19. August hat er eine Bauvoranfrage für die Villa Maria bei der Stadtverwaltung gestellt.

Verhandlungen verliefen im Sand

"Wir haben das prinzipiell befürwortet, weil ja schon seit Jahren versucht wird, für die Villa Maria eine Lösung zu finden", sagt Anton Kiefer, Leiter der Stadtverwaltung Bad Brückenau. Und tatsächlich: schon mehrfach gab es Interessenten für das Anwesen im Schlosspark des Staatsbades. Zuletzt liefen vor einem Jahr konkrete Verhandlungen mit zwei potenziellen Investoren. Zu einem Ergebnis kam es damals jedoch nicht.

"Wir wissen, dass es eine sehr schwierige Immobilie ist und dass das einfach Zeit braucht", sagt Katrin Hartmann, Leiterin der Regionalvertretung Unterfranken von Immobilien Freistaat Bayern. Knackpunkte sind unter anderem, dass das Anwesen im Kur- und Hochwassergebiet liegt. Stellplätze für Pkw und eine eigene Zufahrt über die Sinn sind nicht vorhanden. Zudem hat sich ein erheblicher Investitionsbedarf angestaut. Rund eine Million Euro müsse ein Investor schon für die Sanierung des denkmalgeschützen Gebäudes einplanen, hieß es im vergangenen Herbst.

Nutzung bleibt noch ein Geheimnis

Die nötigen Finanzen würde er schon mitbringen, sagt Gabriele Tonin. Der Unternehmer wohnt in Bamberg und ist im Bereich Gastronomie aktiv. Wie viele Restaurants und Eiscafés er besitzt, darüber hüllt sich Tonin in Schweigen. Er sagt aber, dass er auch Standorte außerhalb von Bayern habe und zudem im Ausland tätig sei.

Was Tonin aus der Villa Maria machen möchte, verrät er nicht. Dazu wäre es auch noch zu früh. Seine Bauvoranfrage wurde ans Landratsamt Bad Kissingen weitergeleitet. Zudem macht Katrin Hartmann von "Immobilien Freistaat Bayern" klar: "Es ist alles offen. Momentan sind wir von einem Vertragsabschluss noch weit entfernt." Zudem gebe es neben Tonin weitere Interessenten.

"Ich habe ein Projekt im Kopf, dass der Stadt eine neue Entwicklung eröffnet", bleibt Tonin bewusst noch völlig unkonkret. Aber eines verrät er dann doch: Das Konzept, das ihm vorschwebt, habe weder etwas mit Gastronomie noch mit Wellness zu tun.