Jagdberater Heinz Müller präsentierte die Eckdaten des Jagdjahres 2015/2016: Mit 1077 erlegten Rehen wurden die Abschussvorgaben der Unteren Jagdbehörde zu 97 Prozent erfüllt. Auffallend sei das Fehlen starker Trophäen, hier sei die Äsung ausschlaggebend. Mit Buchenmast seien in Zukunft auch stärkere Trophäen zu erwarten. Der Reduktionsabschuss habe ein gutes Ergebnis erzielt und zeige Wirkung. Er sei dem Wald geschuldet, in dem die Verjüngung der Hauptbaumarten problemlos funktioniere.

Selbstzufriedenheit sei nicht angebracht, wohl aber "können wir auf das Erreichte stolz sein", so Müller. Bei dem Fallwild waren 117 Rehe zu verzeichnen, die meisten in der Hegegemeinschaft 596 Motten. Die letzten 30 Jahre Revue passierend, stellte Heinz Müller eine durchschnittliche Abschusssteigerung von 13 Prozent auf, die Ergebnisse aus dem Bundesforst hätten sich sogar verdoppelt.


Weniger Wildschweine erlegt

Der Hasenbestand war rückläufig, daher auch eine reduzierte Bejagung. Nur 24 Hasen wurden geschossen. Einen deutlichen Einbruch gab es bei der Fuchsjagd, dies war jedoch auf die Fuchsräude und die Staupe zurückzuführen, unter der die Tiere litten. Nur 276 Füchse wurden erlegt, im Vorjahr waren es noch 386. Vermehrt erlegt wurden Dachse und Waschbären. Bei letzteren ist mit 223 erlegten Tieren eine Steigerung um 15 Prozent zu verzeichnen.

Wildschwein-Obmann Michael Sautter zeigte hingegen, dass deutlich weniger Sauen und Keiler geschossen wurden. Dennoch spricht Sautter nicht von einem Rückgang, da der Fünf-Jahres-Durchschnitt beibehalten bleibe. Im Landkreis Bad Kissingen waren im Vorjahr noch 4252 Tiere geschossen worden, im vergangenen Jagdjahr nur 2682. Im Bereich Bad Brückenau liegt die aktuelle Zahl von 765 in der Schwarzwildstrecke bei 60 Prozent vom Vorjahr (1238). Die durch Schwarzwild verursachten Schäden sind entsprechend niedriger. Im Bereich Bad Brückenau sank dieser von insgesamt 45051 Euro auf 34810 Euro.

Der Drückjagdanteil wurde im Raum Bad Brückenau zu 27 Prozent erfüllt, etwa ein Drittel der Gesamtstrecke. Laut Michael Sautter solle die Drückjagd weiterhin forciert werden, da die Strecke somit "relativ einfach" erhöht werden könne. Sandra Hornung, Obfrau für Hundewesen, betonte die Wichtigkeit des AK (Aujeszkysche Krankheit)-Monitorings. 2016 waren "15,4 Prozent der Gesamtstrecke gemonitort". Weder ein Einbruch, noch ein Anstieg der Infektionszahlen sei sichtbar. Waren Zeitlofs, Steinach und Wilflecken bislang Zentren für AK-Fälle, ist die vermeintliche Demarkationslinie Saale nun überschritten. In Sulzthal und Rottershausen wurden nun auch positive Proben gemeldet. Jagdhunde sollen von den Streckenplätzen ferngehalten werden, um eine Ansteckung zu vermeiden.


Urkunden werden nachgereicht

Eigentlich hätte Rudi Sautter, der als Zweiter Vorsitzender der Kreisgruppe den Ersten Vorsitzenden Gerd Galitzdörfer vertrat, Ehrungen für insgesamt 325 Jahre Mitgliedschaft vornehmen wollen. Auf Grund von Terminüberschneidungen der Geehrten steckte er im Rahmen der Hegeschau nur Karl-Heinz Jäger die Treuenadel für 40-jährige Mitgliedschaft an. Jäger ist über den gesamten Zeitraum außerdem bei den Jagdhornbläsern aktiv. Die weiteren Geehrten Frank Mock, Albert Ohnesorge, Wolfgang Dorn (alle 25 Jahre Mitglied), Adolf Buchner, Gerhard Fielder, Peter Karle (50 Jahre) und Fritz Karle (60 Jahre) werden die Urkunden nachgereicht.

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) bemerkte, dass die Jagd immer öfter, teilweise mit Scheinwissen, hinterfragt werde. Die Jäger sollten ihre Chance nutzen, und mit Jagdtypischem, wie Wildbret oder der Waidgerechtigkeit, "gute Öffentlichkeitsarbeit" leisten. Jäger seien "keine Dienstleister", sondern erfüllten die ehrenamtliche Aufgabe für das Gemeinwohl aus Überzeugung. "Die Jagd ist so alt wie die Menschheit", betonte Kirchner, und somit wichtig für die Pflege der Kulturlandschaft. Erster Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) wünschte den Jägern "Waidmannsheil und weiterhin Freude an der Jagd." Heinrich Hümpfner, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs, dankte für die gute Zusammenarbeit, sowohl der Kreisgruppe, als auch dem Landratsamt. Er betonte, dass es richtig und wichtig sei, mit dem Erreichten zufrieden zu sein, immerhin sei die Biodiversität in den heimischen Wäldern höher als im Urwald.