Ein ausverkauftes Herbst-Konzert: Bad Brückenau, was willst du mehr? Er ist in der Tat ein "exzellenter Meister", der Kontrabassist Michinori Bunya, der diesem größten Instrument eines Orchesters Töne entlockte, die den Zuhörern den Atem stocken ließen. Das Bayerische Kammerorchester und der Solist des Abends präsentierten sich als eine Einheit, als musizierten sie schon über Jahre zusammen.
Auf die Frage an Johannes Moesus, wie er es als Chefdirigent immer wieder schaffe, hervorragende Solisten zu Konzerten des Bayerischen Kammerorchesters nach Bad Brückenau zu holen, lautete die lapidare Antwort: "Es gibt stets neue Freunde und Bekannte, die sich in der Musikszene bestens auskennen und Vorschläge einbringen können." Bei diesem Herbst-Konzert war das insofern ganz einfach, weil der Solist mit der Kontrabassistin des Kammerorchesters verheiratet ist.

An diesem Abend konnte sich Johannes Moesus unter die Zuhörer mischen, denn am Dirigenten-Pult stand ein ehemaliger Schüler von Michinori Bunya, nämlich Nabil Shehata. Einfühlsam leitete er das Orchester und es entstand der Eindruck, als spielten sie ständig zusammen. Der Gast-Dirigent meinte: "Leider hatte ich wenig Zeit, mir Brückenau und die Umgebung anzuschauen, da wir miteinander üben mussten, aber ich bin von Bad Brückenau, besonders von diesem König Ludwig I-Saal, begeistert."

Feste Institution

Das Bayerische Kammerorchester mit Musikern aus dem mitteleuropäischen Raum ist inzwischen zu einer festen Institution in der Kultur-Szene der Region Rhön geworden, die man nicht mehr missen möchte. Konzert-Reisen führen auch ins benachbarte Ausland, so geht's 2015 nach Belgien.
Das Programm am Samstagabend reichte von Mozart (1756-1795), Johannes Matthias Sperger (1750-1812) über Frank Martin (1890-1974) bis zu dem noch lebenden Einojuhani Rautavaara. Das Konzert für Kontrabass und Orchester von Sperger setzte dem Abend die Krone auf. Hier zeigte Michinori Bunya den Umfang an Oktaven dieses sonst nur selten als Solo-Instrument eingesetzten Basses bravourös auf. Der Solist und sein Instrument verschmolzen förmlich zu einer Einheit, die ganz besonders bei den Kadenzen spür- und hörbar wurde. Bei den hohen Flageolett-Tönen musste er sich weit über sein Instrument beugen, ja fast in es hineinkriechen. Tosender Applaus war der Dank an den "exzellenten Meister". Hiesige Musikfreunde dürfen sich schon auf das Überraschungs-Konzert "Ein bekannter Unbekannter" am 1. Dezember freuen.