Slalom vorwärts und rückwärts, möglichst nah an ein Gatter ran fahren ohne es zu berühren, seitlich einparken, mit den Rädern zwischen zwei Metallschienen durch ohne sie zu berühren, und das alles so schnell wie möglich. Den Parcours fehlerfrei zu durchfahren ist eine Herausforderung, unter den Profis sind oft Zehntel Sekunden für die beste Platzierung entscheidend.
Geschicklichkeit, Konzentration und ein gutes Augenmaß bewiesen die Teilnehmer erneut beim ADAC Automobil-Turnier in Bad Brückenau. Knapp 30 Fahrer reisten aus ganz Deutschland an, um den Parcours zu bewältigen und um eine gute Platzierung zu kämpfen.
Auch die ganz Großen waren dabei. Peter Löbach (MSC Homberg), mehrmaliger Deutscher Meister, holte auch hier bei Lauf 1 (TSC Cup) mit seinem VW Polo, wieder den ersten Platz. Auf dem Treppchen folgten ihm auf Platz zwei Christian Oswald (AMC Mittlerer Neckar), auf Rang drei Carsten Winkler (AC Oelde) und den 4. Platz belegte Gernot Riemey vom ortsansässigen MSC Bad Brückenau.
Am Abend zuvor fand ein Fahrertreffen statt bei dem die Startnummern ausgelost wurden, berichtet Riemey von den Vorbereitungen. Er, als Vorsitzender des veranstaltenden Vereins, hatte auch am Morgen des Turniertages alle Hände voll zu tun, doch das machte ihm nichts aus: "Ich powere mich gerne vorher richtig aus, dann gehe ich ruhig an den Start", erzählt er. 20 bis 24 solcher Veranstaltungen besucht er im Jahr als aktiver Teilnehmer. Er bedauert, der einzige zu sein, der aus dem hiesigen Verein den Sport noch aktiv ausübt und wünscht sich dringend Nachwuchs.


Auto besser kennen lernen

Seit der Eröffnung seines Fahrradladens in der Ludwigstraße, sei er zwar zeitlich eingeschränkt, doch weiterhin mit Leidenschaft dabei. Einer der jüngeren Starter ist Marcel Silbernagel. Über 400 Kilometer Anreise nahmen der 26-Jährige und sein Vater vom MSF Meppen auf sich, um mitzufahren. Das dritte Jahr betreibt Marcel Silbernagel den Motorsport und profitiert auch im alltäglichen Straßenverkehr davon: "Man lernt sein Auto besser kennen, zum Beispiel wie es bei starkem Bremsen und Beschleunigung reagiert. Man lernt Abstände und Geschwindigkeiten besser einzuschätzen", erzählt er.
Auch Gernot Riemey hat diese Erfahrungen gemacht: "Der Slalom bei möglichst hoher Geschwindigkeit fördert extrem die Konzentration und Reaktion. Das kann einem bei plötzlich erforderlichen Ausweichmanövern helfen. Beim seitlichen Einparken und beim vorwärts und rückwärts an ein Gatter ran fahren sind Präzision und ein gutes Augenmaß gefragt. Die Ausmaße des Autos lernt man besser einzuschätzen und auch Abstände zu Bordsteinen, anderen Kanten oder Wänden."