Die Schienen sind längst fort. Links und rechts des Bahnübergangs über die B286 bedeckt Schnee die Schneise, auf der einst Züge durchs Sinntal fuhren. Der Übergang selbst ist geräumt. Deutlich sind die schadhaften Stellen im Asphalt zu sehen. Sie machen die Engstelle nur noch gefährlicher.

Für Matthias Wacker ist diese Engstelle ärgerlich. Der Mann vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt ist für diese wie auch für zwei andere Bahnübergänge im Staatsbad und am Hammelburger Berg zuständig. Letzterer ist bereits im Jahr 2015 saniert worden, als die Bahnhofstraße erneuert worden ist. Da liegen die Schienen freilich noch unter dem Asphalt. Das Ziel sei, dass auch die beiden anderen Bahnübergänge im Staatsbad und Römershag "in einen verkehrssicheren und bedarfsgerechten Zustand versetzt werden", sagt Wacker. Das aber ist gar nicht so einfach.


Hat die Bahn etwas versäumt?

Das Staatliche Bauamt ist der Auffassung, dass sich die Deutsche Bahn an den Kosten für die Ausbesserung beteiligen sollte. Schließlich, so betont es Wacker, bestehe für eine stillgelegte Strecke - die Sinntalbahn wurde im Jahr 2005 stillgelegt und im Jahr 2016 entwidmet - die Verpflichtung, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Zudem schreibe das Eisenbahnkreuzungsrecht vor, dass beim Rückzug eines Kreuzungsbeteiligten der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden müsse. Aus diesem Grund habe das Bauamt dem Verkauf der Bahnstrecke an das Gleisrückbauunternehmen Meißner auch nicht zugestimmt. Verhindern konnte die Behörde den Verkauf freilich nicht.

Eigentlich, argumentiert Wacker, hätte mit dem Verkauf eine gemeinsame Baumaßnahme mit Kostenteilung an den Bahnübergängen stattfinden sollen. Nun aber versucht das Bauamt, die Deutsche Bahn nachträglich davon zu überzeugen, ihren Pflichten als ehemalige Eigentümerin der Bahnstrecke nachzukommen. Und wenn es schon nicht zu einer gemeinsamen Ausbesserung komme, so sieht das Bauamt die Deutsche Bahn zumindest in der Verantwortung für die Verkehrssicherheit am ehemaligen Bahnübergang. "Ergebnisse kann ich leider noch nicht liefern, der Abstimmungsprozess läuft noch", berichtet Wacker von der Kommunikation mit der DB Immobilien.


Rückbau pausiert wegen Kälte

Diese Verhandlungen führt das Staatliche Bauamt natürlich nur für die Straßen, die der Bundesrepublik Deutschland oder dem Freistaats Bayern gehören. "Überall dort, wo eine Ortsstraße gequert wird, sind wir zuständig", berichtet Willi Scheller vom städtischen Baubüro. In Bad Brückenau betrifft das in erster Linie die Buchwaldstraße aber auch den Bahnübergang bei GKN Sinter Metals. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) rechnet nicht mit hohen Kosten. "Das werden wir im Rahmen der Straßensanierung in Ordnung bringen." Jede Kommune sei selbst dafür zuständig, die Kostenbeteiligung und den Zeitpunkt der Ausbesserung mit dem Eigentümer der Strecke zu klären, sagt sie mit Blick auf die Rhönallianz.

"Prinzipiell ist es so, dass wir die Gleise an den Bahnübergängen natürlich herausnehmen", sagt Timo Meißner vom Gleisrückbauunternehmen. Erste Priorität habe aber zunächst der Rückbau bis zur hessischen Landesgrenze. Erst später würden die Bahnübergänge in Angriff genommen. Das habe vor allem zwei Gründe: Es lohne nicht, Bahnübergänge auszubessern, wenn die schweren Transporter, die die Schienen abholen, noch auf den Straßen unterwegs seien. Zum anderen pausierten die Asphaltmischwerke ohnehin im Winter.

Was den aktuellen Stand des Gleisrückbaus angeht, berichtet Meißner, dass wegen der Kälte die Arbeiter nicht auf die Strecke geschickt worden seien. Stattdessen hätten Aufräumarbeiten am Bahnhof stattgefunden. Anfang nächster Woche gehe der Rückbau aber weiter. Er selbst werde auch vor Ort sein. Aktuell seien die Schienen bis auf Höhe Wernarz entfernt worden.