Wie viele unserer älteren Mitmenschen leben eigentlich alleine? Und nicht nur das: Wie viele unserer älteren Mitmenschen haben keinen sozialen und gesellschaftlichen Anschluss? Manche werden vielleicht von ihren nächsten Angehörigen gepflegt - aber welche menschlichen Kontakte haben sie sonst? Das wissen die Gemeinden sowie die Rhönallianz nicht. Aber ein Angebot an diese Menschen ist nun auf den Weg gebracht, zumindest der erste Schritt ist getan.


Betreuungsangebot geplant

In Zusammenarbeit mit den Kommunen und dem ambulanten Pflegedienst "vivo" hat die Rhönallianz ein Betreuungsangebot für Senioren geplant, ist doch die Verbesserung der Lebensqualität der Senioren in den Ortsteilen eines ihrer Leitprojekte. Ein offener Treff soll entstehen, der sich vor allem an Menschen richtet, die auf Grund körperlicher oder geistiger Einschränkungen nur noch wenig am Gemeindeleben teilhaben können. Auch aus Motten wird der Vorschlag unterstützt. Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) schließt hierfür den Sitzungssaal auf.

Dort könnte das wöchentlich geplante Senioren-Angebot stattfinden. "Der Sitzungssaal ist tagsüber sowieso frei", ist Jochen Vogel froh über den zusätzlichen Nutzungsgewinn. Ein Fahrstuhl ist vorhanden, ebenso Toiletten und eine Teeküche. Die Betreuung ist gewährleistet. Markus Frank, Inhaber und Geschäftsführer vom ambulanten Pflegedienst "vivo", wird die Senioren begleiten und mit ihnen zusammen die Zeit aktiv verbringen. Der Seniorentreff ist ein Mal pro Woche geplant. Zwischen circa 10.15 und 14.15 Uhr soll das Betreuungs- und Programmangebot stattfinden. Die Gruppe wird musizieren, handwerken, basteln, Gedächtnistraining oder den Fähigkeiten angepasste Gymnastik machen.

"Wichtig ist, dass die Senioren aktiv werden", möchte Markus Frank den Senioren neue Möglichkeiten eröffnen. Auch für Fragen rund um Pflege, Demenz oder Versicherungen ist Markus Frank Ansprechpartner. Mit seinem Kleinbus ist ein Abhol- und Bringdienst denkbar. Natürlich ist es ebenso möglich, von den Angehörigen selbst zum Rathaus gebracht zu werden, wenn dies für den ersten Schritt hilfreich ist.


Psychosozialer Aspekt

Einen großen Stellenwert hat für Markus Frank der "psychosoziale Aspekt. Für die älteren Herrschaften ist es vielleicht einfach nur schön, sich wieder zu sehen und zu erzählen." Eine Eigendynamik schließt der gelernte Altenpfleger nicht aus. Im Laufe der Zeit könnten die Teilnehmer auch eigene Wünsche und Ziele entwickeln. "Wichtig ist das Miteinander." Sollte das Pilotprojekt zustande kommen, wird Markus Frank zwei weitere Arbeitsplätze schaffen. Trotzdem sind weitere ehrenamtliche Helfer gerne eingeladen.

Das Angebot richtet sich jedoch nicht nur an die Senioren, sondern in gleichem Maße an die pflegenden Angehörigen. Ute Becker, Zweite Bürgermeisterin und Seniorenbeauftragte, weiß um die Nöte der Angehörigen: "Pflege daheim ist schon eine enorme Herausforderung. Die Angehörigen sind froh um Zeit für sich." Ende letzten Jahres wurde das Projekt zwischen Rhönallianz-Manager Uwe Schmidt, Markus Frank und Antje Rink, Projektmanagerin für Demographie am Landratsamt in Bad Kissingen, erstmals besprochen. Inzwischen ist ein Flyer erstellt worden, der über das Projekt informiert. Wichtig ist allen Beteiligten, dass die Hilfe in den Wohnorten der Teilnehmer bleibt.

Keinesfalls tritt das Projekt in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten wie dem Seniorennachmittag in Motten, Kothen und Speicherz. Dieses Angebot bleibt bestehen und wird mit dem Seniorentreff erweitert für die, die mit ihrer besonderen Situation Kontakt mit Gleichgesinnten suchen. Sollte bei einem Teilnehmer ein von der Pflegeversicherung anerkannter Pflegegrad vorliegen, können die Kosten über die Betreuungsleistung abgerechnet werden. Das Angebot wäre in diesem Fall kostenneutral. Ohne Pflegegrad fallen pro Termin 25 Euro an. Für eine Brotzeit entsteht ein Unkostenbeitrag in Höhe von 3,50 Euro. Eigentlich stehen sowohl Jochen Vogel, als auch Uwe Schmidt und Markus Frank in den Startlöchern, doch muss zunächst der Bedarf geklärt sein. In mindestens fünf Gemeinden der Rhönallianz soll ein Seniorentreff eingerichtet werden. Hierfür ist pro Gemeinde eine Mindestteilnehmerzahl von sechs Senioren nötig. Die Rhönallianz sammelt daher bis zum 23. März Meldungen.


Betreuungsangebot für Senioren

Mitteilungen bis zum 23. März an die eigene Gemeinde. Ansprechpartner für Geroda, Oberleichtersbach, Riedenberg und Schondra sind Silke Gerlach und Ursula Schaab (09741/911 90), für Motten Kathrin Bös (09748/919 10), für Wildflecken Sandra Kleinhenz (09745/915 121) und für Zeitlofs der Erste Bürgermeister Wilhelm Friedrich (09746/911 90).