Seit gut eineinhalb Jahren plant der Markt Schondra die Sanierung des Kindergartens St. Anna. "Eigentlich wollten wir nur ein bisschen renovieren, die Böden aus den 1970er Jahren rausnehmen und streichen", erzählt Reinhard Müller, Kassier des Johannisvereins, dem Träger des Kindergartens. Doch dabei blieb es nicht. "Wir haben dann die alten Leitungen untersucht, dadurch hat sich ergeben, dass der Kindergarten generalsaniert werden muss", sagt Bernold Martin (CSU), der Bürgermeister. Das Äußere des Gebäudes bleibt davon aber unberührt. Die Fassade ist erst vor sieben Jahren erneuert worden.


Container für die Kleinsten

Für die anstehende Sanierung stehen 1,2 Millionen Euro im Raum. "Wir wollen den Kindergarten für die nächsten 25 Jahre zukunftsfähig machen", begründet Müller die Investition. Für die Kinder bedeutet das große Aufregung. Die Kleinen ziehen übergangsweise in die Volksschule um. Auch die Hortbetreuung wird dorthin verlagert werden, blickt Carola Martin, stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins, voraus. Sie rechnet damit, dass der Umzug zum neuen Kindergartenjahr ansteht, also Mitte September. Für die Krippenkinder werden Container bestellt - eine nicht ganz billige Angelegenheit.

Die Container werden auf dem Schulhof aufgestellt werden, sie beinhalten sogar Schlafräume für die Kleinsten. Warum die Krippenkinder nicht einfach in der Schule unterkommen können, erklärt Müller damit, dass für die Krippe besondere Vorschriften gelten. Insgesamt dauert die Bauphase etwa ein Jahr. Dann kehren die Kinder in das generalsanierte Gebäude zurück. Es wird mehr Platz bieten als bisher. "Derzeit stellen wir uns auf etwas mehr Kinder ein, weil es in Zukunft den ein oder anderen Nachwuchs geben wird", rechnet der Bürgermeister mit einem leichten Zuwachs bei den Kinderzahlen.

Die Kosten für die umfangreichen Baumaßnahmen teilen sich die Diözese Würzburg und die Kommune. 23 Prozent der Gesamtkosten trägt die Diözese. Das ist in einem Treuhandvertrag geregelt, denn der Eigentümer des Kindergartens ist eine Kirchenstiftung, für den Betrieb ist der Johannisverein verantwortlich. Den Rest der Kosten muss der Markt Schondra aber nicht allein stemmen.


Großzüge Förderung erwartet

"Es gibt ein neues Förderprogramm. Was da rauskommt, weiß allerdings noch niemand", sagt Lothar Ziegler, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau. Ziegler rechnet damit, dass bis zu 70 Prozent der Kosten gefördert werden. Damit bliebe dem Markt Schondra ein Eigenanteil von rund 280.000 Euro. Der Kindergarten freilich ist nicht das einzige Projekt, das in Zukunft ansteht. Gerade die Wasserversorgung - im Sommer soll ein neuer Brunnen gebohrt werden - und die Ausweisung von neuem Bauland beschäftigen den Bürgermeister.

Am Heppengraben plant der Marktgemeinderat etwa 17 neue Bauplätze. Mit der Erschließung rechnet Martin allerdings nicht vor Ende dieses Jahres. Auch für den Ortsteil Schönderling gibt es Überlegungen. Damit geht es dem Markt Schondra ähnlich wie der Nachbargemeinde Oberleichtersbach. "Ich muss den Familien, die hier bauen möchten, etwas anbieten können", argumentiert Martin. Zudem soll das Gewerbegebiet Am Märzgrund erweitert werden. Um wie viel Hektar es geht, sei allerdings noch nicht klar.