Die größte Aufregung ist vorbei, doch noch schwelen die Heuballen in der Scheune mitten im Ortskern von Oberleichtersbach. "Der Brandherd ist von der Kripo freigegeben worden", berichtet Andreas Seidenthal, Kommandant der Leichtersbacher Wehr, am Freitagvormittag. Am Nachmittag wird die Scheune eingerissen, damit die Kameraden die immer wieder aufflackernden Glutnester löschen können. Niemand darf in die Scheune hinein, sie ist einsturzgefährdet.


130 Feuerwehrleute im Einsatz

Am Donnerstag, gegen 19.50 Uhr, war der Polizei der Brand in einer Scheune in der Lindenstraße mitgeteilt worden. Wegen der dichten Bebauung um die Scheune galt es, die Flammen schnell unter Kontrolle zu bringen, um ein Ausbreiten der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern. Zahlreiche Kräfte der örtlichen Feuerwehren und der Bad Brückenauer Polizei waren im Einsatz, teilte das Polizeipräsidium Unterfranken gleich am Abend mit.

Der Brandort war von den Floriansjüngern großräumig abgeriegelt worden. Dennoch standen etliche Bürger in respektabler Entfernung, um das Geschehen zu verfolgen. Augenzeugen berichteten davon, dass das Feuer den Ort minutenlang hell erleuchtete, dann setzte starker Rauch den Einsatzkräften zu. Gelegentlich loderten hie und da noch Flammen auf. Die Wehrleute hatten den Brand aber schnell unter Kontrolle. Die umliegenden Häuser wurden nicht beschädigt.
Die Polizei meldete, dass insgesamt über 130 Feuerwehrleute auf den Beinen waren. Die Höhe des Sachschadens ist zur Stunde noch nicht abschätzbar, wird wohl aber im fünfstelligen Bereich liegen. Um 21.45 Uhr war der Brand schließlich unter Kontrolle.


Kripo bittet um Hinweise

Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht an der Hand. "Ihm geht es den Umständen entsprechend wieder gut", berichtet der Kommandant. Der Mann sei am Freitag schon wieder an Ort und Stelle gewesen, um zu helfen. Bei manchen Ortsansässigen werden Spekulationen laut, ob ein Brandstifter sein übles Werk in der Region treibe: Schon am Sonntagabend brannte in Schönderling eine Scheune lichterloh. Auch hier erschwerten die darin gelagerten Heuballen die Löscharbeitern. Den Schaden schätzte die Polizei auf etwa 60.000 Euro.

"Es ist nicht auszuschließen", entgegnet Björn Schmitt von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken solchen Überlegungen. Auch Andreas Seidenthal hält sich zurück: "An solchem Stammtisch-Gerede beteilige ich mich nicht", sagt er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen. Die Kripo konnte gestern weder zum Brand in Schönderling noch in Oberleichtersbach ein Ermittlungsergebnis bekannt geben. Zeugen werden aufgerufen, sich zu melden. Tel.: 09721/ 2021 731