Was ist denn eine Erlebnisbäuerin? - so fragte sich die Reporterin, als sie die Einladung zu einem Pressetermin in Oberbach (Gemeinde Wildflecken) erhielt. Um 8.30 Uhr ziehen die Schüler einer Grundschulklasse aus Riedenberg in den Hof von Anja Girz ein. Die 32 Jahre junge Bäuerin geht sofort zur Sache, begrüßt die Kinder und erklärt die "Hofregeln", die strikt einzuhalten sind, also schweigen, wo dies, zum Beispiel bei den Tieren, angebracht ist. Das Thema des heute "schulfreien" Vormittags lautet "Vom Korn zum Brot".

Lehrerin Christine Fischer hat wohlerzogene Schüler, das wird bald klar, als es an das Lösen von Aufgaben geht. Beschriftete und bebilderte Kärtchen sind in einem Bottich mit Körnern versteckt. Jeder muss sich ein Kärtchen herausfischen. Daraus ist eine Wortreihe zu bilden, aus der erkennbar wird, wie der Acker bearbeitet werden muss, bis das reife Getreide geerntet werden kann. "Mähdrescher", "Sonnenlicht", "Saat", "Wasser", "Pflug" usw. werden mühelos richtig aneinander gehängt. Die Kinder haben gute Kenntnisse.

Etwas schwieriger wird es, als die Karten über die verschiedenen Getreidesorten, die in der Scheune auf Stroh verstreut durcheinander liegen, den Ähren zugeordnet werden müssen. Auch Produkte aus Getreide wie Cornflakes, Popcorn und Haferflocken, die es überall im Laden zu kaufen gibt, liegen im Stroh. Alles hat schließlich, unter Mithilfe der "Erlebnis-Bäuerin", seinen richtigen Platz gefunden.

Eine Kreuzung aus Roggen und Weizen heißt z.B. Triticale. Das ist ein hochwertiges Tierfutter. Die Pflanze wird bis zu 1,25 Meter hoch. Sie stellt keine Ansprüche an den Boden und kann überall angebaut werden. Die Gerste wird an ihren langen Grannen erkannt, der Mais natürlich an den Kolben. Der Hafer hat keine Ähren, sondern Rispen und ist dadurch leicht von den Ähren zu unterscheiden. Vom Weizen gibt es über 200 verschiedene Sorten. Der Roggen wird zum Brotbacken verwendet. Er ist reich an Ballaststoffen, die für den menschlichen Körper wichtig sind. Viele Informationen über das heimische Getreide kann Anja Girz vermitteln.

Wie wird aus Körnern Mehl?

Dann geht es schließlich eine steile Treppe hinauf, wo das Getreidelager, das schon fast leer ist und auf die neue Ernte wartet, besichtigt wird. Hier erklärt der Bruder der Bäuerin den Kindern, wie aus den Körnern Mehl wird. Das ist richtig spannend, denn mit Mahlsteinen, Mörsern und ausgedienten alten Kaffee-Mühlen dürfen die Buben nun aktiv werden und Körner zu Mehl mahlen. "Hoppla, das geht aber schwer", meint Maiko Wagner, als er sich mit einem Mörser abquälen muss. "Die Weizenkörner sind ja wahnsinnig hart", stellt Noah Stahn fest, als er welche in den Mund steckt und kauen will. Girz sagt: "Bis zu 13 mal wird in einer Mühle das Getreide gemahlen, denn erst dann ist das Mehl wirklich ganz fein wie Staub."

Eine Erlebnis-Bäuerin vermittelt also Wissen über die Arbeit auf einem Bauernhof durch nette Spiele und tolle Erlebnisse! Die Kinder waren begeistert und haben "spielend" viele Informationen erhalten, die mit Sicherheit im Gedächtnis bleiben, weil sie "begreifbar" waren.