Der Erweiterungsbau ist im Zeitplan, auch das Budget passt. Das Moor-Erlebniszentrum wird, wenn alles glatt läuft, Ende des ersten Halbjahrs 2015 eröffnen. Handwerker, Planer, Bauherr und Naturschützer feierten nun das Richtfest für das 1,7-Millionen-Euro-Projekt.

Ein zerspringendes Schnapsglas - und der Rohbau war besiegelt. Bauherren und Zimmermeister Thomas Schneck, der den Richtspruch sprach, stießen mit Ehrengästen und Planern bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, Nebel und eisigem Ostwind auf einen bisher gelungen Bauabschnitt für das neue Erlebniszentrum am Roten Moor an, das ökologisch und nachhaltig sein soll. 1,7 Millionen Euro - davon 350.000 Euro Fördergeld - investieren NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.)-Stiftung und -Landesverband am Roten Moor.

Dort, wo in einem knappen halben Jahr ein Informationszentrum mit regionaler Gastronomie einzieht, wehen zurzeit noch Schleifen des Richtbaums im Wind. Hartmut Mai, Vorsitzender der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, sprach von einem ehrgeizigen Ziel, das Gebäude bis zum Ende des ersten Halbjahres 2015 fertigzustellen.

Innenausbau im Winter
Bis Weihnachten sollen die Dachhaut und die Fenster eingebaut sein, damit im Winter der Innenausbau begonnen werden kann. Er lobte, dass 100 Prozent des Holzes für das Gebäude aus der Rhön stamme. Und auch in anderer Hinsicht ist das Gebäude ökologisch und zugleich technisch modern: Das Wasser kommt aus einer nahen Quelle, eine Wärmerückgewinnung soll Heizkosten minimieren, eine 28 Kilowatt-Fotovoltaikanlage wird den Strombedarf decken, eine Pelletheizung liefert Wärme und eine neuartige ökologische Kläranlage macht eine Entsorgung des Abwassers entbehrlich, erklärte Architekt Oliver Steyer. Das mache das Haus weitab des nächsten Ortes auf 830 Metern Meereshöhe so besonders.

Konzipiert ist der Komplex als dreiteiliges holzverschaltes Haus mit 40 Metern Länge und mehr als 280 Quadratmetern Nutzfläche. Von einem zentralen Eingangsbereich mit Foyer und Vorführraum aus können Besucher einen Ausstellungsbereich über das Rote Moor besichtigen oder in das 70 Sitzplätze umfassende Gasthaus einkehren.

Offen und hell gestaltet
Alle Teile sind offen und hell gestaltet. Das vor rund zehn Jahren errichtete Haus am Roten Moor ist mit dem Erweiterungsbau überbaut und darin integriert worden. Es erwies sich schnell als zu klein: Jährlich besuchen mehr als 35.000 Gäste das Haus am Roten Moor.

NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler sprach beim Richtfest über das Gebäude als "Kulminationspunkt": Naturinteressierte, Wintersportler und Wanderer könnten ab 2015 dort einkehren und sich über die Landschaft und das Moor informieren. Zugleich werde es die "Keimzelle für weitere Projekte", sagte Eppler.
Norman Zellmer