Pünktlich zum Jubiläumsjahr erschien deshalb der Flyer "Die Rhön grenzenlos erleben". Er verzeichnet und erklärt die zahlreichen Erinnerungsstätten und Zeugen der deutschen Teilung. Neben 22 Grenzwachtürmen vermitteln unter anderem die Gedenkstätte am Point Alpha, das Grenzmuseum in Tann, das Museum für Grenzgänger in Bad Königshofen, das Deutsch-deutsche Freilandmuseum Behrungen sowie das Heimat- und Geschichtsmuseum in Vacha ein lebendiges Bild.
Themenwege, wie beispielsweise die Erlebnisstraße der Deutschen Einheit entlang der ehemaligen Grenze oder der Weg der Hoffnung am Todesstreifen bei Point Alpha, erinnern an Willkür und Unterdrückung einerseits und den Mut zur Veränderung andererseits. Denn wo einst Grenzanlagen trennten, verbinden heute Rad- und Wanderwege, Naturschutzgebiete sowie zahlreiche Projekte die Menschen. Den Flyer bekommt man an den Rhön-Infostellen oder per Download.

Grenzgeschichte(n) erleben

An den 9. November 1989, als die DDR die Grenze "sofort, unverzüglich" öffnete, erinnern zudem Vorträge und Feste in der Rhön. Immerhin befand sich in der Rhön bei Point Alpha der "heißeste Punkt im Kalten Krieg". Am sogenannten Fulda-Gap rechnete die Nato mit dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen. Entsprechend gesichert war die Grenze. Die Point-Alpha-Gedenkstätte zeigt am 6. November, 18 Uhr, im Haus auf der Grenze den Dokumentarfilm "Bis an die Grenze - Der private Blick auf die Mauer". Die beeindruckende Dokumentation enthält originale Filmzeugnisse. Die Autoren Gerald Grote und Claus Oppermann erklären, wie sie an das Material gekommen sind, welcher Schatz noch zu heben ist, und warum ihnen das Thema besonders wichtig ist.

Vacha feiert Grenzöffnung

Am Jahrestag selbst, dem 9. November, feiert die ehemalige Rhöner Grenzstadt Vacha die Grenzöffnung. Kaum ein Bauwerk ist so sehr Symbol der deutschen Einheit und Teilung wie die Brücke der Einheit über die Werra in Vacha. Am Grünen Band entlang des ehemaligen Todesstreifens durch die Rhön erlebt man die Kehrseite der ehemaligen Grenze. Denn für die Natur bedeutete sie Ruhe und Abgeschiedenheit. Heute ist das Rhöner Grüne Band deshalb Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Das Grüne Band erlebt man beispielsweise auf einer Halbtageswanderung auf dem Premiumweg Point Alpha. Der Rundweg Schwarzes Moor 2 verläuft für drei Kilometer entlang des Grünen Bandes mit einem Grenzturm sowie weiteren Spuren der ehemaligen Grenze. red