Es ist ein Griff, und schon hat Prof. Emanuel Fritschka das Oximeter an den Finger gesteckt. "Damit messen wir den Sauerstoff im Blut", erklärt Fritschka. Als Notarzt weiß er, im Einsatz geht's oft um Minuten. Da ist es wichtig, dass eine Diagnose schnell und korrekt gestellt wird, um richtig helfen zu können.

In Bad Brückenau ist diese Hilfe nun noch besser. Am Mittwoch nahm das Team um Wachleiter Alexander Schelbert und seinen Stellvertreter Udo Rüttiger ein nagelneues Notarzteinsatz-Fahrzeug entgegen. Das Modell: Ein BMW X3 mit Allradantrieb. Im Kofferraum: eine moderne medizinische Ausstattung mit EKG-Gerät, Defibrillator und eben dem Oximeter. Das Kennzeichen: BRK. "Das steht natürlich für Bad Brückenau", sagt Manuel Vorndran vom Fuhrpark-Management verschmitzt. Es könne aber auch Bayerisches Rotes Kreuz heißen.

Ehrenamtliche Retter gesucht

"Hier ist der Idealzustand, wie man sich das wünscht", sagt Renate Moller zufrieden. Als stellvertretende Geschäftsleiterin des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Schweinfurt ist sie für den Bereich Main-Rhön zuständig, der die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Haßberge und Schweinfurt sowie die Stadt Schweinfurt umfasst.

Ideal sei die Situation in Bad Brückenau deshalb, weil der Notarztstandort nicht nur eine eigene Rettungswache habe - sondern auch ein Krankenhaus direkt vor der Tür. In 63 Prozent der Fälle, in denen die Patienten ins Krankenhaus kommen, werde die Prümmer-Klinik bedient, berichtet Moller.

Zudem freut sie sich, dass es im Monat März gelungen ist, alle Bereitschaftsdienste mit Notärzten aus der Region zu besetzen. Das war nicht immer so. "Wir haben Nachwuchs bekommen", berichtet Fritschka, dass sich das Team der dienstleistenden Notärzte gerade verstärkt.

Im Notfall die Nummer 112 wählen

Die Rettungswache selbst ist mit 14 Hauptamtlichen und zehn Ehrenamtlichen gut ausgestattet. Allerdings gilt auch hier: neue Leute, die sich engagieren möchten, sind willkommen. Die Rettungswache befindet sich in der Rotkreuzstraße und ist rund um die Uhr besetzt.

Ab sofort also sind Notärzte im Altlandkreis Bad Brückenau noch rasanter unterwegs, als sie es eh schon waren. "Nur der Schutzengel muss noch mitkommen", wirft Rüttiger fröhlich ein. Dann aber wird's ernst. "Es ist wichtig, dass die Angehörigen nicht lange fackeln, sondern gleich anrufen", sagt Fritschka. Dabei gilt die Rufnummer 112 immer, egal ob ein Notarzt oder die Feuerwehr gebraucht wird.