Dass ein Paar auf 65 Jahre Ehe zurückblicken kann, kommt heute nicht mehr allzu oft vor. Willi Emmert begründet diese lange Zeit in gutem Miteinander schlicht: "Einer hat den anderen gebraucht". Das erklärt sich von selbst, wenn man hört, dass das Paar seinen Lebensunterhalt aus der eigenen Landwirtschaft be stritten hatte.
Dabei war Renate Emmert im wahrsten Sinne des Wortes "die rechte Hand" ihres Angetrauten. Und das Tag und Nacht, wie ihr Mann betont. Willi Emmert hatte nämlich 1945 bei einem tragischen Unfall seine rechte Hand verloren.

Wenn er zum Beispiel etwas mit der Schaufel arbeiten musste, habe er den Stiel einfach in seinen Jackenärmel geschoben und konnte so seine Arbeit verrichten. Wenn der Ärmel kaputt war, wurde die Jacke links gemacht, bis der andere Ärmel auch hinüber war. Am nächsten Morgen sei die Jacke schon wieder geflickt gewesen, erinnert sich der Jubilar dankbar. Hausarbeit, die beiden Kinder großziehen und draußen auch noch mit anpacken - "es gab nichts anderes" für sie. Renate Emmert wäre heute noch mit der Arbeit dabei, "könnte heute noch mitspielen", wie Emmert sagt.

Doch erlitt sie vor vier Jahren einen Schlaganfall und ist seitdem halbseitig gelähmt. Eine Haushaltshilfe versorgt jetzt Renate Emmert und kümmert sich auch um ihren Mann. Aufgrund der Behinderung feiern die Jubilare ihre Eiserne Hochzeit zu Hause im engsten Kreis der Familie: Mit den beiden Kindern und Schwiegerkindern, den drei Enkeln und den drei Urenkeln.