Der Plan der Flugsicherung, auf der Wasserkuppe einen 30 bis 60 Meter hohen Turm mit Radaranlage zu bauen, ist vorerst vom Tisch. Die Behörde bat den Landkreis Fulda, die Bauvoranfrage zunächst nicht weiter zu bearbeiten, weil sie wohl andere Standorte prüft.
Als die Pläne im Februar öffentlich wurden, fiel der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) aus allen Wolken: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) stellte eine Bauvoranfrage: Sie wolle die Luftraumüberwachung neu ordnen und dazu an zusätzlichen Standorten neue Radaranlagen installieren. Die Wasserkuppe sei ideal gelegen.

Grundstück im Visier

Die Flugsicherung nahm bereits ein Grundstück konkret ins Visier - direkt neben dem Radom. Es gehört der Stadt Gersfeld. Die Stadt erklärte, dass sie das Projekt als Landeigentümer und als anzuhörende Kommune ablehnt.
Auch der Landkreis brachte Bedenken vor. "Ein hoher Turm mit Radaranlage würde die Flieger auf der Wasserkuppe beeinträchtigen und den Tourismus auf der Rhön gefährden", argumentiert Woide.
Der Landkreis habe der Flugsicherung deutlich gemacht, dass der Standort Wasserkuppe "extrem problematisch" sei. "Unabhängig von der Frage, ob die Strahlen der Anlage tatsächlich gesundheitsgefährdend sind oder nicht: Es wird Bedenken, Sorgen und Ängste geben, die der Entwicklung der Wasserkuppe nicht gut tun", sagt der Landrat.
Per Mail an Erhard Schubring, Chef des Kreisbauamtes, habe die DFS den Landkreis jetzt gebeten, die Bearbeitung der Bauvoranfrage auszusetzen. "Offenbar will die Flugsicherung prüfen, ob es in der Rhön nicht andere Standorte gibt, die ähnlich gut geeignet, aber bei weitem nicht so problematisch sind", berichtet Woide.

"Ein gutes Zeichen"

Das sei ein gutes Zeichen, vor allem vor dem Hintergrund, dass das Land Hessen und der Landkreis Fulda hohe Mittel einsetzten, um den Verkehr auf Hessens höchstem Berg neu zu ordnen und das Gelände noch attraktiver für Touristen zu machen.
Die DFS plant eine Veranstaltung in Langen bei Frankfurt sowie am Frankfurter Flughafen, um die Technik vorzustellen. In der Rhön will sie alle Beteiligten an einen Tisch holen.
Wann beides sein soll, ist noch völlig offen.
Die Haltung der Stadt Gersfeld, das Gelände nicht verkaufen zu wollen, habe bei der DFS bei der Abkehr von der Wasserkuppe wohl auch eine Rolle gespielt, vermutet Woide, auch wenn die DFS die Stadt möglicherweise nach einem langen Verfahren enteignen könnte.
Die Deutsche Flugsicherung hat aber einen langen Atem. Sie will die Luftraumüberwachung bis zum Jahr 2028 insgesamt neu ordnen. Dazu will sie an 40 bis 50 Standorten bundesweit neue Anlagen bauen.
Von der Wasserkuppe aus - oder einem Berg in deren Nähe - soll in Zukunft einmal ein Gebiet im Umkreis von 280 Kilometer überwacht werden.