Paul Bartsch freut sich, bei Dorothea Schauer überwiegt im Moment eher noch die Wehmut. Beide Senioren wohnen aktuell im Seniorenheim Haus Waldenfels. Voraussichtlich bis Ende Mai. Dann müssen sie umziehen. Für Paul Bartsch steht jetzt schon so gut wie fest, dass er mit in den nahe gelegenen Neubau geht: "Das liegt näher am Zentrum", nennt er als Vorteil.

Dorothea Schauer und Paul Bartsch engagieren sich beide im Heimbeirat: Sie als Vorsitzende, er als ihr Stellvertreter. Dorothea Schauer zog vor einigen Jahren aus Pfändhausen im Landkreis Schweinfurt nach Bad Brückenau, der gebürtige Oberschlesier Bartsch kam vor drei Jahren aus Frankfurt, weil sein Neffe in der Nähe wohnt.
"Die Pläne wurden dem Heimbeirat schon vor langem gezeigt", berichtet Schauer. Trotzdem hoffen beide, sich möglichst bald persönlich auf der Baustelle umsehen zu können. "Wir dürfen den Aufzug noch nicht benutzen, wir warten noch auf den TÜV", verweist Martin Pfeuffer, Regionalleiter der landkreiseigenen Carl von Heß'schen Sozialstiftung, darauf, dass eine Führung durch die Räume leider bislang noch nicht möglich sei.


Verhandlung über Pflegesätze

Das soll aber möglichst bald nachgeholt werden: Natürlich wolle die Stiftung alle Bewohner schnell und umfassend informieren. Auch über die finanziellen Rahmenbedingungen: "Wir verhandeln gerade mit den Kostenträgern über die neuen Pflegesätze", berichtet Marco Schäfer, Vorstand der der Carl von Heß'schen Sozialstiftung, und: "Es wird keiner vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern jeder kann sich in Ruhe und frei entscheiden."
Pfeuffer geht davon aus, dass spätestens Ende März feststeht, was der Pflegeplatz kostet. Das Haus Waldenfels hat aktuell relativ niedrige Sätze, in Zukunft dürften die Beträge für Bad Brückenau relativ hoch liegen. "Dafür bieten wir dann ja auch eine neue und moderne Einrichtung", betont Pfeuffer.


"Wir werden einige verlieren"

"Die meisten werden dem Haus Waldenfels treu bleiben", ist sich der Regionalleiter sicher. Trotzdem bleibt er auch realistisch: "Wir werden auch einige Bewohner verlieren." Auf der anderen Seite erwartet Pfeuffer aber auch, dass viele neue Bewohner dazu kommen, weil das Gebäude auf großes Interesse stoße. Das zeige auch die Nachfrage nach den Wohnungen im Bereich Service-Wohnen, von denen mehr als die Hälfte bereits ohne Werbung und noch vor der Fertigstellung vermietet sind.

Beim Neubau ist die Heß'sche Stiftung auch Bauherr, obwohl das Grundstück des ehemaligen Kreiskrankenhauses dem Landkreis gehört: Die Stiftung hat ein Erbbaurecht. Nicht kümmern muss sich Schäfer dagegen um die alte Immobilie: "Das alte Haus Waldenfels wurde noch vom Landkreis Brückenau gebaut und ging dann an den Landkreis Bad Kissingen über", berichtet Schäfer. Die Stiftung sei nur Mieter.

"Bezüglich der Nachnutzung des bisherigen Seniorenheimes steht bislang nichts Konkretes fest", teilt Melanie Hofmann, Pressesprecherin des Landkreises Bad Kissingen auf Anfrage mit, und: "Es finden Gespräche in verschiedene Richtungen statt, seitens des Landkreises - aber auch die Stadt Bad Brückenau ist interessiert daran, dass das Gebäude sinnvoll genutzt wird."

"Wenn ich einen Wunsch frei hätte, hätte ich gerne ein Hotel drin", sagt die Bad Brückenauer Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Sie führe bereits Gespräche, aber es sei sehr schwer, Investoren zu finden. Weitere Option könnte auch eine medizinische Nutzung sein, durch die Nähe des Georgi-Sprudels und des Georgi-Parks würde sich eine balneologische Ausrichtung anbieten. Die aktuellen Gutachten zu den Bad Brückenauer Heilquellen wären eine gute Grundlage dafür.