VON Rainer Ickler

Seit gut acht Monaten ist Jürgen Reinhardt der neue Präsident des Rhönklubs. Grund genug, um zurück und voraus zu blicken. In diesem Jahr steht für ihn die Sanierung der Milseburghütte im Mittelpunkt seiner Arbeit.
Im Vorfeld seiner Wahl hatte es viele Konflikte und Reibereien im 23 000 Mitglieder zählenden Rhönklub gegeben. Höhepunkt waren die Auseinandersetzungen bei der Hauptversammlung im Jahr 2013 sowie der Rücktritt des damaligen Präsidenten Ewald Klüber. Der Verein geriet in schwere Stürme. Doch jetzt ist "das Schiff Rhönklub in ruhigem Fahrwasser und die Hauptstürme sind überwunden", bilanziert Reinhardt. "Man merkt nichts mehr von der Unruhe, die noch vor einem Jahr geherrscht hat."

Abwärtstrend umgekehrt

Dies bewiesen auch die steigenden Mitgliederzahlen. "Am Ende des Jahres 2014 lag die Zahl mit 22 900 erstmals unter 23 000, erzählt Reinhardt. Jetzt haben wir die 23 000-er-Marke wieder übersprungen." Vielleicht sei dies auch ein Resultat der eingekehrten Normalität in dem drei Länder umfassenden Verein. Es habe keine großen Veränderungen seit seiner Wahl am 5. Juli gegeben, erklärt Reinhardt.

Fokus auf Zusammenarbeit

Wichtig sei es gewesen, Vertrauen zu gewinnen und die gute Zusammenarbeit im Hauptvorstand und zwischen den Vereinen in den drei Bundesländern wieder zu intensivieren. Ebenfalls von Bedeutung sei, dass in den Zweigvereinen vor Ort gute Arbeit geleistet werde. Denn dort müssten die Vorstände die Mitglieder überzeugen, damit diese mitziehen. Dort werde viel Basisarbeit verrichtet.

Er als Präsident ist viel unterwegs, besucht die Zweigvereine, stellt sich und seine Ideen vor und beantwortet die Fragen der Mitglieder. Auf Reinhardt kommt jetzt einiges an Arbeit zu. Die Räume der Geschäftsstelle in Fulda sind modernisiert worden, erzählt er. Das Archiv wird neu aufgebaut. Die Satzung müsse überarbeitet werden, damit sie den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird.

Urige Schutzhütte

Und dann steht noch ein Großprojekt an: die Sanierung der Milseburghütte unweit des hessischen Künstlerdorfes Kleinsassen. Die urige Hütte nördlich der Wasserkuppe ist für den Rhönklub ein Prestigeobjekt. Sie ist auf der 835 Meter hohen Milseburg gelegen und nur zu Fuß zu erreichen. Bis heute gibt es dort keinen Strom und kein fließendes Wasser. Die Milseburg ist bei Wanderern und Naturfreunden beliebt und wird als Perle der Rhön bezeichnet.

Ob die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen, steht laut Reinhardt noch nicht fest, denn es müssten viele Vorarbeiten erledigt werden. Ein Architekt soll die Hütte, die im vergangenen Jahr 130-jähriges Bestehen feierte, zunächst untersuchen und aufgrund dieser Schadensbilanz Vorschläge erarbeiten, wie eine Sanierung aussehen könnte. Danach müsse man sich um die Finanzierung kümmern, schauen, wie Fördergelder akquiriert werden, wie viel auf die Zweigvereine zukomme und den Fahrplan samt Finanzierungsvorschlägen den Mitgliedern vorstellen. Dies soll bei der Hauptversammlung in diesem Sommer geschehen.