Was in Motten einst eine unendliche Geschichte war, ist es nun einen Ortsteil weiter südlich. Viele Gespräche und Überlegungen liegen hinter der Gemeindeverwaltung, dem Straßenbauamt und den Anwohnern. Schluss ist damit noch nicht, doch konnte Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt den Kothenern jetzt in der Bürgerversammlung einen Entwurf für ihre neue Ortsdurchfahrt vorlegen.

Durch den ganzen Ort soll die neue Straße 6,50 Meter breit sein. Zwei Gehwege mit einer Breite von 1,50 Meter - an Engstellen 1,25 Meter - gibt es durchgängig dazu. Diese sind laut Wacker und der Gemeinde "zwingend notwendig". Jürgen Kessler, Inhaber des Gasthaus zur Postkutsche, hatte dies in Frage gestellt, denn: An Kothens Nadelöhr zwischen dem Gasthaus Zur Postkutsche und dem gegenüberliegenden Getränkemarkt verringert sich dadurch die Straßenbreite auf 5,50 Meter. Eine Verbesserung der derzeitigen Situation sah der Anwohner, der bereits frühzeitig einen Teil seines Biergartens zugunsten einer breiteren Straße zur Verfügung gestellt hatte, nicht. Dazu kommt die Befürchtung, dass Lkw bei Gegenverkehr abbremsen und neu anfahren müssen und damit die Lärmbelastung zunimmt. Ein Tempolimit schließt Wacker aus. Die Verkehrsdichte sei zu gering.


Sorgen der Anwohner

Dennoch herrscht unter den Kothenern die Sorge, was an der Engstelle passiert, sollten sich dort zwei Lkw begegnen. Matthias Wacker: "An der Engstelle ist die Verkehrssituation recht komfortabel, weil die Verkehrsteilnehmer sich sehen." Auf die Gehwege auszuweichen werde für die Brummifahrer nicht möglich sein, denn die Bordsteine werden gerade in diesem Bereich von sechs Zentimeter auf zwölf Zentimeter erhöht.

Zugunsten der Straßenerneuerung müssen Einzäunungen verlegt oder abgerissen werden. Auch Gebäude müssen weichen oder werden versetzt neu gebaut, um das Sichtfeld auf die Staatsstraße zu verbessern. Bushaltebuchten werden zurückgebaut. Somit bleiben den Kothenern nur Bushaltestellen. Die Bordsteinkante soll im Haltestellenbereich 16 Zentimeter hoch werden. Nicht an allen Haltestellen wird es möglich sein, ein Wartehäuschen aufzustellen: An der Abzweigung zur Heubacher Straße ist das noch möglich, an der "Rhönperle" nicht mehr. Ein "Buskap" mit Überdachung, aber ohne Seitenwände, wäre die Lösung. Für die Sicherheit der wartenden Kinder stellt ein Anwohner Platz zur Verfügung.


Verlegung der Straßenmitte

Auf Höhe der "Rhönperle" weicht die neue Straßenmitte etwas von der derzeitigen ab, so dass es vor dem "Irish Pub" mehr Parkplätze geben wird. Ab der Abzweigung zum Sauerbrunnen ist ein drei Meter breiter Geh- und Radweg bis zur Panzerstraße geplant.

Die Räum- und Streupflicht gilt auch in diesem Bereich wie bisher, sagte Bürgermeister Jochen Vogel (CSU). Der Gehweg muss nicht auf der kompletten Breite geräumt werden. Auf der gegenüberliegenden Seite wird Platz für einen Grünstreifen zwischen Gehweg und Straße sein. Dann endet der Gehweg, ein Straßenbankett verläuft bis zum Ortsausgang.


Asphaltbelag ist denkbar

Der Grünstreifen verläuft entlang dreier unbebauter Bauplätze. "Wie wird verfahren, sollte dort gebaut werden?", fragte der Grundbesitzer. Ohne eine Entscheidung auszusprechen, hält es Bürgermeister Jochen Vogel für möglich, dass in dem Fall asphaltiert werden könne. Für den letzten Bereich, von der Panzerstraße aus, wünscht sich Matthias Wacker einen kombinierten Rad-, Geh- und Wirtschaftsweg, der in die alte Reichsstraße einmünden soll.

"Baubeginn ist, wenn der Grunderwerb abgeschlossen ist", so Wacker. Da die Anliegergespräche im kommenden Jahr weitergeführt werden, ist der Baubeginn für 2017 nahezu ausgeschlossen. Zudem müssen für die Kanalsanierung, die vor der Straßenerneuerung durchgeführt werden muss, Gelder im Haushalt bewilligt werden. Die Bauzeit schätzte Wacker auf zwei Jahre. Wie in Motten soll alles abschnittsweise angegangen werden.
Für den Breitbandausbau in Kothen hat die Gemeinde einen Förderbescheid erhalten. Maximal 50 000 Euro werden bereitgestellt. Nun muss geklärt werden, was prinzipiell gemacht werden kann und ob die Telekom selber ausbaut. "Die Gemeinde muss keinen Euro dafür ausgeben", ist schon sicher.


Stellungnahme zu Südlink

Die Raumwiderstände in Sachen Südlink hat Jochen Vogel an Tennet, den Landkreis und die Anwaltskanzlei De Witt weitergeleitet. In Kothen sind dies beispielsweise der Hochbehälter, der Friedhof und ein Naturschutzgebiet. Außerdem möchte der Bürgermeister Raum für Entwicklungsmöglichkeiten sichern, sowohl im Wohn-, als auch im Gewerbegebiet. Was passiert, wenn die Trasse letztendlich durch Privatwald verläuft? Obwohl dies noch nicht endgültig geklärt ist, hält Vogel "eine faire Entschädigung für das Mindeste."

Am Friedhof wurden das Treppengeländer und der Zustand der Wege kritisiert. Das Geländer sei so dick, dass man sich nicht festhalten könne. Ein dünneres Edelstahlgeländer sei die bessere Lösung. Auf den Wegen seien einzelne Platten abgesackt und es seien Spalten entstanden. Bürgermeister Jochen Vogel möchte sich beides anschauen. Bei milderen Temperaturen könne man auf den Wegen schon Maßnahmen ergreifen.