Das muss man den Musikern des Musikvereins Schondra schon lassen. Um brillante Ideen bei ihren Konzerten sind sie nie verlegen. Mit Aufführungen unter einem bestimmten Motto nehmen sie die Zuhörer in der Schondratalhalle mit auf eine Reise in die schillernde Welt der Musik. Waren die Ausflüge in den vergangenen Jahren in das Reich des Musicals oder des Kinofilms gegangen, so stand jetzt "Eine Reise um die Welt" als Überschrift auf der Konzertliteratur.
"Wir waren die Ersten in unserer Region, die vor circa acht Jahren auf die Idee gekommen sind, ein Themenkonzert zu machen", sagt der musikalische Leiter der Trachtenkapelle des Musikvereins Schondra, Thomas Reuß. Die Idee zu einer musikalischen Weltreise sei von den Musikern gekommen. "Unser Ziel ist es, Blasmusik interessanter zu machen. So gewinnen wir auch Zuhörer, die vielleicht nicht gekommen wären. Das haben wir erreicht. Bereits im Vorverkauf haben wir 175 der 300 Plätze verkauft. Das ist nicht selbstverständlich. Wohlgemerkt, wir reden über Blasmusik", sagt Reuß.


Familiäre Atmosphäre

Wie sehr es den Musikern gelungen war, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, merkte man, als sich am Ende des Konzertes die rund 300 Zuhörer von den Plätzen erhoben, um mit stehenden Ovationen und euphorischem Applaus die Musiker für ihre außergewöhnlichen Leistungen und brillanten Interpretationen zu belohnen. Zwei Zugaben musste die Trachtenkapelle geben, bevor man sie entließ.
Die Musiker hatten sich viel einfallen lassen. Schon die ungewöhnliche Dekoration der Schondratalhalle war eine Augenweide, die für eine familiäre Atmosphäre sorgte. Romantische Kerzenbeleuchtung und ansprechende Deko auf den Tischen, Heißluftballon, Koffer, Fernrohr und Kompass als Bühnenhintergrund, Rumfass, Tau und Globus vor der Bühne sowie große Schullandkarten an den Wänden vermittelten das Flair einer Weltumsegelung auf einem Segelschiff.
Mit sinfonischer und konzertanter Blasmusik zogen die 45 Musiker einen musikalischen Bogen rund um die Welt. Mit dem Marsch "Für Ruhm und Ehre" von Andy Schreck startete man in Schondra, um mit der "New York Overture" von Kees Vlak eine Stippvisite in die USA zu machen, bevor es zurück nach Holland und dem "Mars de Medici" von Johann Wichers ging. Weitere Bravourstücke waren Südamerika mit "Let's get loud" von Gloria Estefan oder die bunte Fantasie "Auf einem persischen Markt" von Albert W. Ketelbey. Perfekt umgesetzt, wurden die Stücke zu einem Erlebnis.


Big-Band-Sound

Abgerundet wurde der Abend durch die Revivalband - unter der musikalischen Leitung von Leander Eismann -, die sich ebenfalls unter dem Dach des Musikvereins befindet. Es sind die älteren Musiker des Musikvereins, die nach vielen Jahren wieder ihr Instrument vom Dachboden geholt haben und inzwischen regelmäßig einmal pro Woche proben. Im Big-Band-Sound verzauberten sie mit Stücken wie "Swinging Glenn Miller" von Hans Egon Häusler oder "Tropical Party" von Johny Ocean.
Entscheidend zu dem riesigen Erfolg trugen auch Mona Schuhmann und Arnold Scheller als Moderatoren bei. Mit kecken Sprüchen und witzigen Einlagen führten sie von Stück zu Stück und erklärten mit viel Fachwissen Land und Leute sowie die Musikstücke. Ein ideales Paar, welches den musikalischen Werken das Sahnehäubchen aufsetzte. Hauptattraktion und Schlusspunkt war der Choral "Highland Cathedral" von Michael Korb und Uli Roever mit Johannes Schmitt als Solist auf der Paradetrommel sowie Ramona Beyer und Bettina Schäfer von Targe of Gordon mit Dudelsäcken und Schottenrock. Die Musiker interpretierten es hervorragend.
Vereinsvorsitzender Christoph Büchner dankte zum Abschluss den vielen fleißigen Händen, die es erst möglich gemacht hatten, dass dieses wunderbare Konzert in dieser Form zustande kam.