Oswald Hüfner aus Volkers erhielt den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer für Unterfranken. "Es ist mir eine Ehre, die Urkunde überreichen zu dürfen", sagte Robert Schmitt, Obermeister der Metzgerinnung Bad Kissingen, schließlich "kommt das nicht oft vor". Winfried Schmitt, Geschäftsführer der Innung, hält auch schon die goldene Ehrennadel bereit. Oswald Hüfner freute sich über die Auszeichnung - auch wenn er schon lange nicht mehr als Metzger arbeitet.

Internationale Spedition

"Der Transport von Lebendvieh war mein Lebenswerk", er innert sich der 73-jährige Seniorchef einer internationalen Spedition. "In ganz Russland waren wir unterwegs." Vom Fir mensitz in Volkers hat man einen schönen Blick hinauf zum Volkersberg. Nur wenige Kilometer von hier entfernt, jenseits der hessischen Landesgrenze im benachbarten Züntersbach, wuchs er auf dem Bauernhof seiner Eltern auf. Nach der Volksschule trat er 1955 die Metzgerlehre in Steinau an. 1964 legte er in Landshut die Prüfung zum Metzgermeister ab. Im gleichen Jahr eröffnete er die Fleischabteilung im Kaufhaus Kerber in Fulda - ein verantwortungsvoller Job, denn er war für alle Niederlassungen zu ständig.

Viehhandel in Bad Brückenau

Weitere berufliche Stationen als Angestellter waren die Metzgerei Robert Müller in Flieden und die "Südfleisch"-Betriebsleiter-Stelle in Hammelburg. 1976 wagte Oswald Hüfner den Schritt in die Selbstständigkeit.

Er gründete einen Wurst- und Fleischabholmarkt in Bad Brückenau, einen Viehhandel, eine Großschlächterei und einen landwirtschaftlichen Betrieb. 1982 folgte der Neubau einer Metzgerei mit Imbiss in der Ludwigstraße, 1989 eine Viehspedition, ein Fahrzeughandel und die Kühlspedition.

Geänderte Voraussetzungen

Doch der Markt wandelte sich. Im Jahr 1992 gab Hüfner Metzgerei, Viehhandel und Landwirtschaft auf und konzentrierte sich ganz auf den Transport von Lebendvieh. Doch auch hier änderten sich die Bedingungen, die EU-Osterweiterung und die Lkw-Maut trugen ihren Teil dazu bei. Die Zahl der Beschäftigten sank von 33 auf aktuell 14, die Fahrzeuge, mit denen Hüfners Leute heute vor allem Stückgut transportieren, reduzierten sich von 20 auf noch sieben.

Noch führt Oswald Hüfner das Geschäft mit seinem Sohn zusammen. Doch bald will sich der Seniorchef zurückziehen. "Es reicht", sagt er und lacht im merhin.

Seit vielen Jahren engagiert sich Hüfner für seinen Berufsstand, etwa im Bund Deutscher Tiertransporteure und im Viehhandelsverband, über die er politische Kon takte in ganz Deutschland hat.