Lea trägt ein Trikot der Damen-Nationalmannschaft. Auch der Fußball und die Sportschuhe liegen schon bereit. Für die Nationalmannschaft auflaufen, das ist Leas Traum. Nun könnte er wahr werden, denn die 13-Jährige steht im er weiterten Kader der U15-Na tionalmannschaft.

Bereits im Alter von vier Jah ren hat Lea mit dem Fußball angefangen - damals noch bei der DJK Schondra. Mittlerweile läuft sie für die TSG Lütter auf. Auch Hessenauswahl spielt Lea, und jetzt steht sie sogar im erweiterten Kader der Nationalmannschaft - bei den Damen-Ju niorinnen, ist ja logisch. "Ich war Ende Mai mit der Hessenauswahl in Duisburg beim Län derwettkampf", erzählt Lea. Gleichzeitig nutzte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Turnier als Sichtungstermin für den Kader der Nationalmannschaft.

Die 60 Besten Deutschlands

Insgesamt 60 Mädchen wurden ausgewählt, die nun davon träu men können, einmal für Deutschland zu spielen. Auch Lea zählt zu den 60 Juniorinnen. Kein Wunder! Lea beherrscht den Ball und ist torgefährlich wie keine Zweite. Das bekamen in der vergangenen Saison auch die Jungs zu spüren. Die D-Juniorinnen, bei denen Lea spielte, trafen in der Kreisliga Fulda auf reine Jungs-Mannschaften. Vizemeister wurden die Mädels der TSG Lütter.

Am Ende fehlte genau ein Punkt zum Titel. "Im letzten Spiel habe ich sechs Tore geschossen, und wir haben 6:0 gewonnen", erzählt Lea stolz. Mit dann nunmehr 18 Toren wurde Lea Torschützenkönigin der Kreisliga.

Beinahe täglich ist Fußball an gesagt im Hause Schneider. Montags, mittwochs und samstags geht's immer zu den Trai ningseinheiten nach Lütter. Vorbereitungsspiele und Stützpunkttrainings kommen auch noch dazu. Natürlich muss Lea auch für die Schule lernen und sogar einen Ernährungsplan vom DFB einhalten. Ein ziemlich straffes Programm für eine 13-Jährige. "Das geht schon, ich lerne viel im Auto", sagt Lea. Auch bei internationalen Turnieren in Schweden und Spanien war Lea schon dabei. Da kann es dann auch mal passieren, dass sie kurzfristig von der Schulpflicht befreit werden muss, um an den Lehrgängen teilnehmen zu können. "Die Realschule Bad Brückenau unterstützt uns und ist total kooperativ", sagt Leas Mutter Nicola.

Klassenkameraden fiebern mit

Bei Lehrgängen des DFB sind zwei Pädagogen dabei, die die Mädels unterrichten. Wenn zu diesem Zeitpunkt eine Schulaufgabe ansteht, dann schreibt Lea die natürlich mit. Bloß nicht in der Schule, sondern vor Ort beim Lehrgang. Auch ihre Klassenkameraden sind mächtig begeistert von Leas fußballerischem Können. "Die sind stolz auf mich und sprechen mir Mut zu", freut sich die 13-Jährige. Besonders ihre Freundin Marie Hergenröder freue sich über ih ren Erfolg. Vom 3. bis 5. September entscheidet sich, ob Lea den Sprung in die Nationalmannschaft schafft. Dann wird in Hennef nochmal unter den 60 besten Ju niorinnen aussortiert. Ende Oktober könnte dann schon ein Länderspiel in Schottland auf Lea warten.

Dabei verlangt der DFB nicht nur sportliche Leistungen. Dazu kommen noch gute Noten in der Schule und ein gutes Sozialverhalten. Auch Fitnesstests und ärztliche Untersuchungen müs sen positiv ausfallen, um überhaupt nominiert werden zu können.

Aber warum spielt Lea eigentlich in der Hessen- und nicht in der Bayernauswahl? Ganz einfach: "Die Wege nach Fulda und Schlüchtern sind kür zer und unkomplizierter, deshalb haben wir uns für Hessen entschieden", erzählt die Mutter. Für die Bayernauswahl müsste Lea nämlich bis nach Unterhaching reisen.

Weil ihr Vater schwer erkrankte, hörte Lea zwischenzeitlich mit Fußball auf - fast ein Jahr lang. Doch nun ist die 13-Jährige stärker zurück denn je. Wie es mit ihrer Karriere mal weitergehen soll, weiß Mutter Nicola auch schon: "Lea wird zwangsläufig in eine höherklassige Mannschaft müssen, wenn sie für die Nationalmannschaft nominiert wird."

Neymar ist übrigens Leas Lieblingsspieler, dem hält sie die Daumen. Vielleicht schafft sie ja den Sprung und geht für Deutschland auf Torejagd, so wie es Neymar für Brasilien tut.