Ihrer Einschätzung nach habe es sich nicht um einen Konflikt zwischen verschiedenen Nationalitäten gehandelt, sondern um zwischenmenschliche Probleme. Schad warnt davor, alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren. "Die große Mehrheit im Haus ist freundlich und friedlich", sagt Schad. "Das sind Leute, die aus dem Krieg geflohen sind. Die wollen einfach nur ihre Ruhe haben."

Neugeborenes im Haus

Aktuell leben im ehemaligen Hotel Berghof Rhön, den die Regierung von Unterfranken für die Flüchtlinge angemietet hat, 93 Menschen zusammen. Für bis zu 100 Leute ist das Haus ausgelegt. Glücklicherweise sei man nicht überbelegt, sagt Schad. An ihre Grenzen stoßen die Flüchtlingsberaterin und Li dia Völker, die das Haus leitet, aber trotzdem immer wieder. Erst vor wenigen Wochen kam eine hochschwangere Frau an, die in Fulda ihr Kind zur Welt brachte. "Eine elfköpfige Familie lebt neben Männern, die zum Teil traumatisiert oder psychisch krank sind", erklärt Schad, dass das Zusammenleben in der Ge meinschaftsunterkunft nicht einfach ist. Vielen mache auch das Warten auf den Ausgang des Asylverfahrens zu schaffen.

Dass es da hin und wieder auch einmal kracht, ist klar. Für die Polizei sei die Auseinandersetzung vor zwei Wochen ein schwieriger Fall gewesen, sagt Christian Pörtner, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Bad Brückenau. "Wir sind ab und an mal oben", sagt Pörtner. Aber nicht jedes Mal, wenn ein Polizeiauto vor der Ge meinschaftsunterkunft stehe, habe es einen Vorfall gegeben, erklärt Pörtner. Die Beamten würden beispielsweise von anderen Behörden geschickt, wenn es rechtliche Dinge zu klären gebe.

Keine Konflikte mit Einheimischen

Alles in allem halten sich die Konflikte aber im Rahmen. Und sie beschränken sich auf das Zu sammenleben im Haus. Laut Pörtner habe es bisher keinen Fall gegeben, bei dem die Flüchtlinge eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Einheimischen gehabt hätten. "Wir sind sehr zufrieden, ge rade auch was die Ehrenamtlichen betrifft", sagt Pörtner. Es sei gut, dass einige Bürger im zwischenmenschlichen Bereich Verantwortung übernehmen und sich um die Flüchtlinge kümmern.

Auch Daniela Schad ist dankbar für die Helfer, die zum Beispiel Deutschunterricht für die Flüchtlinge anbieten. Um die Unterstützung besser koordinieren zu können, soll es bald ein weiteres Treffen für die freiwilligen Helfer geben, kün digt sie an.