Die Welt der "Wildkräuter im Frühling" entdecken. 13 Teilnehmer haben auf einer lehrreichen und spannende Exkursion den Georgi-Park um die Musikschule erkundet. Jutta Vogt, staatlich geprüfte Kräuterführerin, zeigte welche Vielfalt an bekannten und unbekannten Wildkräutern in unmittelbarer Stadtnähe zu finden sind; wie etwa Bärlauch, Brennnessel, Gänseblümchen, Giersch (des Gärtners liebstes Unkraut), Gundermann (Gundelrebe), Knoblauchrauke, Löwenzahn und Spitzwegerich.

Ausführlich beschrieb Jutta Vogt die Eigenarten der Pflanzen, ihre mögliche Wirkung auf den Organismus und wie sie im täglichen Ernährungsplan verwendet werden können. Karin Becker aus Darmstadt, Patientin in der Hartwaldklinik, nahm viele Anregungen mit. "Wenn ich zuhause bin, gehe ich gleich mal in den Garten und schaue was da so wächst als Wildkräuter. Die Führung war total interessant, so etwas habe ich bisher noch nicht mitgemacht", sagte sie hinterher.

Blätter unter die Lupe nehmen

Jutta Vogt erklärte, dass mit dem Zerreiben zwischen den Fingern meist der Duft aktiviert wird. Am Geruch könne man bestimmte Kräuter erkennen. Für viele Kräuter gilt, sich die Blätter und die Blattstruktur genau anzusehen, da oft Ähnlichkeiten mit anderen und mitunter ungesunden Pflanzen gegeben sind. Die genaue Kontrolle ist auch bei gekauften Kräutern aus dem Supermarkt ratsam.

Jutta Vogt betonte die Regel weniger ist mehr, die bei der Verwendung aller Wildkräuter gilt. Jedes Kraut hat seine besondere Wirkung. Nicht alle Menschen vertragen sie gleich gut in den gleichen Mengen. Jeder sollte seinen Körper kennen und sich beobachten, um zu wissen, wie Körper und Organe reagieren. Besonders wichtig ist die Kenntnis über mögliche Allergien. Keinesfalls sollten zu viele verschiedene Kräuter über längere Zeit und als Hauptnahrung angewendet werden. Dagegen ist eine "kurmäßige Anwendung über einen bestimmten Zeitraum" laut Vogt empfehlenswert. Wildkräuter eignen sich auch als kleine Gewürzdosis zur täglichen Nahrung.
Nach dem Rundgang über die Wiese rund um die Musikschule gab es für die Teilnehmer in der Georgie-Kurhalle weitere Informationen, etwa über Kräuter die Jutta Vogt mitgebracht hatte. "Es ist wichtig, dass Sie nur Kräuter verwenden, die Sie sicher Bestimmen können" riet Jutta Vogt den Teilnehmern. "Fangen Sie mit einer Pflanze an und bauen Sie darauf auf, denn das Kennenlernen und Anwenden braucht Zeit. Verlieren Sie dabei nicht die Geduld."

Thorsten Muthorst ist leitender Arzt im Regena. "Ich wollte mit der Teilnahme an der Führung einen Bezug zu den lebendigen Kräutern finden, weil ich sie sonst nur als Präparate kenne und verordne". Ihn interessierte, wie viele Kräuter miteinander gemischt und verwendet werden dürfen und ob sie eingefroren werden können. Die Kräuterexpertin vertrat die Ansicht, dass weniger mehr ist. "Besser nicht mehr als sieben", sagte sie. Das Einfrieren gehe in kleinen Mengen. Aber: "Wildkräuter schmecken im Frühling am besten", meinte Jutta Vogt.