"Der Termin kam auf Wunsch der Kommunen entlang der Strecke zustande", berichtet Landrat Thomas Bold (CSU). Zum einen ging es um das weitere Verfahren, aber auch um ganz konkrete technische Möglichkeiten: Das Landratsamt hatte schon im vergangenen Jahr davon abgeraten, die Schienen einfach auszubauen.
Stattdessen verwies die Tiefbauverwaltung auf ein neues Verfahren: "Es geht darum, die Gleise zu entfernen und gleichzeitig das Schotterbett aufzuarbeiten", berichtet Bold. Dadurch könne in einem Arbeitsschritt der Unterbau für einen Radweg geschaffen werden. Jürgen Dobler, Leiter der Abteilung Tiefbau im Landratsamt, hatte in Aussicht gestellt, dass sich dadurch die Kosten für den Radweg auf rund 40 Euro pro laufenden Meter senken lassen könnten - im Gegensatz zu 200 bis 300 Meter pro Meter im regulären Vollausbau.
Informiert wurde auch über den Stand des Verfahrens: Die Deutsche Bahn (DB) hat beim Eisenbahnbundesamt (EBA) in Nürnberg den Rückbau der Strecke beantragt, ein Gegenantrag der Grünen im Bayerischen Wirtschaftsausschuss wurde bereits abgewiesen. Die Freistellungsanträge der Kommunen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) liegen dem EBA vor. Die Wahlkreisabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU), kündigte bei dem Treffen an, sich beim Eisenbahnbundesamt für eine zügige Entwidmung der Strecke einzusetzen.
"Erst dann sind Grundstücksverhandlungen möglich", sagte Bold. Zu einem möglichen Zeitplan will der Landrat keine Prognosen abgeben: "Wünschen würden wir uns eine Entwidmung noch vor der Sommerpause." Einig seien sich Kreis und Kommunen, dass der Ausbau der Staatsstraße nach Zeitlofs Vorrang hat. "Wenn es Engpässe geben sollte, müssen wir dort Lösungen finden." Bold hofft, dass die vier Kommunen im Sinntal bereits Beschlüsse treffen, damit im Falle einer Entwidmung zügig verhandelt werden kann. Der Landkreis sei auch bereit, die Verhandlungen mit Bahn und BIMA zu führen, aber: "Eigentümer der Strecke müssten am Ende natürlich die Kommunen werden."