Nach der ersten Teilnahme am Leistungswettbewerb vor nunmehr vier Jahren, wagten die Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Riedenberg diesen Schritt am vergangenen Sonntag noch einmal. Bereits beim ersten Leistungssingen war es gelungen, das Prädikat Leistungschor des Fränkischen Sängerbundes zu erringen. "Aber in diesem Jahr haben wir ein für uns alle überwältigendes Ergebnis bekommen", freute sich der Vorsitzende Hubert Dorn.

"Ich kann das noch gar nicht fassen. Wir hatten uns zwar vorgenommen, vielleicht eine Verbesserung der Punktzahl zu erreichen, doch dass wir dann tatsächlich unter 18 teilnehmenden Chören als der Chor mit der höchsten Wertung herausgingen, macht mich fast sprachlos", betonte der Vorsitzende. Die Riedenberger errangen die höchste Punktzahl aller Chöre in ihrer Kategorie und die zweithöchste von allen Chören insgesamt.

In der letzten Jahresversammlung stellte Dirigent Erhard Schumm seinen Sängern die große Frage: "Wollen wir es noch einmal versuchen und am Leistungssingen teilnehmen?" Einstimmig entschlossen sich die Aktiven dafür, wohlwissend, was beim letzten Mal an Probenaufwand hierfür zu bewältigen war. "Ihr seid euch bewusst, dass ich dann eine hundertprozentige Teilnahme verlangen muss, auch bei den Proben", so seine Forderung, die allerdings nicht abschreckte, sondern wohl eher motivierte.

Bereits im Mai begannen die Probephasen für die drei Wertungslieder. Die Probenintensität nahm mit jedem Monat, mit dem der Wettbewerb näher rückte, sowohl in ihrer Anzahl, als auch in ihren Ansprüchen immer mehr zu. Gegen Ende fügten sich an ein zweitägiges Übungswochenende noch einmal drei harte Proben binnen einer Woche an.

"Wir haben manchmal an zwei Takten eine ganze Stunde geackert", betonte Hubert Dorn. "Aber das war auch notwendig, schließlich wussten wir ja vom ersten Mal, wie hoch die Forderungen der fünf Juroren sind." Diese Jury besteht aus absoluten Fachleuten, die auf jedes kleinste Detail achten.

Viele Bewertungskritierien

Bewertet wurden Intonation, Chorklang, musikalischer Ausdruck, Textgestaltung und Aussprache, Rhythmik und Phrasierung, Agogik und Dynamik, sowie die gesamte Auftrittspräsentation. Gefordert sind ein Pflichtlied sowie zwei Wahlchorstücke, die aus einer Originalkomposition und einem Volksliedsatz bestehen müssen. So machten sich die 47 Sänger schließlich am Sonntagmorgen voller Anspannung auf den Weg nach Sulzbach-Rosenberg. Nach einer Stellprobe, galt es noch einmal die Stimme beim einstündigen Einsingen auf Höchstleistung zu bringen. Dass dies hervorragend gelang, zeigte das herausragende Ergebnis. Jeder Juror konnte bis zu sieben Punkten für die jeweiligen Kriterien vergeben.

Die Riedenberger erhielten durchweg zirka sechs Punkte. "Mehr geht eigentlich nicht für einen Laienchor", betonte Matthias Beckert, Bundeschorleiter des fränkischen Sängerbundes, der in der Jury saß. Besonderes Lob spendete er den Sopranistinnen: "Die Damen waren absolut herausragend." Doch auch von Alt, Tenor und Bass zeigte sich der Bundeschorleiter begeistert. "Und da ist noch ganz viel Potenzial nach oben."

Besonderes Lob an Dirigenten

So darf sich der gemischte Chor des Gesangvereins Riedenberg nun weitere vier Jahre Leistungschor nennen. "Das ist zwar den Leistungen der Sänger und Sängerinnen zu verdanken. Aber ohne einen Dirigenten wie Erhard Schumm würden wir diese Leistung niemals erbringen können", freute sich Hubert Dorn.