Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) drängt darauf, dass die Ortsdurchfahrt von den Lastwagen der Mottener Firma Herbert befreit wird. Dazu soll in Motten eine innerörtliche Entlastungsstraße gebaut werden. Vogel hofft auf hohe Zuschüsse vom Freistaat.

Das Unternehmen Herbert in Motten wächst. Wenn sich ein Unternehmen positiv entwickelt, ist das gut für die Gemeinde. Doch mit dem Wachstum steigt auch die Zahl der Fahrzeugbewegungen, von denen drei viertel in Richtung Eichenzell gehen oder aus dieser Richtung kommen, wie ein Verkehrsgutachten 2012 ergab. Nur ein Viertel der Fahrzeuge ist in Richtung Bad Brückenau oder Uttrichshausen unterwegs. "Jeden Werktag fahren etwa 100 Fahrzeuge zur Firma Herbert hin, 100 Fahrzeuge fahren am Tag zurück", berichtet Vogel. Alle Fahrzeuge auf dem Weg zu dem Pellet-, Hackschnitzel- und Altholzspezialisten müssen dabei am Rathaus vorbei und dann, wenn sie in Richtung Hessen unterwegs sind, auf der B 27 durch den halben Ort Motten fahren.

Entlastungsstraße

"Das war früher, als die Bundesstraße noch voller Schlaglöcher war, eine laute Angelegenheit. Jetzt sind die Schlaglöcher weg. Dafür fahren die Lastwagen ein bisschen schneller", berichtet Vogel. Der Bürgermeister hat eine Lösung für das Problem. Sein Vorschlag: Im Döllautal wird eine etwa ein Kilometer lange Entlastungsstraße gebaut, die von der B 27 direkt zum Herbert-Gelände führt. Die Einmündung in die B 27 müsste weit nördlich liegen, damit die Lastwagen ohne größeres Gefälle auf die Bundesstraße kämen. "Wäre das Gefälle zu groß, würde die Straße im Winter niemand nutzen", mahnt Vogel. Auf der B 27 würde eine Linksabbiegespur geschaffen.

Schwankende Zuschussquoten

"Ich habe schon mit Landrat Thomas Bold (CSU) gesprochen. Er sagte, grundsätzlich könnte die Gemeinde eine solche Straße bauen." Die Kosten wurden bereits vor einigen Jahren auf 2,1 Millionen Euro geschätzt. Die Zuschussquoten, die Vogel genannt wurden, schwanken: Der Bayerische Gemeindetag hielt vor einigen Jahren eine Förderung von 80 Prozent für möglich, die Regierung von Unterfranken nannte ihm jetzt eine mögliche Zuschusshöhe von 50 Prozent. "Ab einem Zuschuss von 70 Prozent würde die Sache für die Gemeinde Motten machbar sein", sagt Vogel.

Noch einige Jahre

Gemeinsam mit Landrat Bold bemüht sich Vogel um einen Termin bei Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU), der aus Schweinfurt stammt. Wenn von ihm ein positives Signal für einen Zuschuss des Freistaats kommt, will Vogel das Projekt auf den Weg bringen. Er erwartet aber, dass bis zur Fertigstellung noch einige Jahre vergehen können. "Allein die genaue Planung und der Grunderwerb kosten Zeit."