Neben Zahlen und dem Tätigkeitsbericht, die Bürgermeister Bernold Martin (CSU) bei der Bürgerversammlung in Schondra vorstellte, kam es auch zum Schlagabtausch mit Altbürgermeister Karl Schneider.

In der Diskussionsrunde sprach Schneider verschiedene Themen der Marktgemeinde an, wie die hohen Wasserpreise im Vergleich zu Nachbargemeinden oder die Friedhofsanierung in Schondra sowie den eventuellen Leerstand der Volksschule. Martin ging allerdings nur knapp auf die angesprochenen Themen ein und ließ seinen Unmut spüren. Er fragte, ob er denn nun seine Liste abgearbeitet habe und er die Versammlung schließen könne.


Fast 50 Prozent älter als 45 Jahre

Schondra verzeichnet durch die Schließung der Asylbewerber-Unterkunft einen Rückgang der Einwohnerzahlen. Die Gemeinde gelangt somit auf einen niedrigen Einwohnerstand mit hohem Altersdurchschnitt. Von 1689 Einwohnern sind 834 - fast 50 Prozent - älter als 45 Jahre. Dem soll nun ein neues Baugebiet entgegenwirken. Allein im letzten Jahr wurden 28 Bauanträge gestellt. Da die Marktgemeinde allerdings über keine freien Bauplätze mehr verfügt, soll ein Bebauungsplan "Am Heppengraben" ausgewiesen werden.


Saniert und modernisiert

2016 stand ganz unter dem Motto "Sanierung und Modernisierung". So wurde die Kläranlage in Schönderling unter laufendem Betrieb erneuert und ist nun technisch auf dem neusten Stand. Die Sanierung der Schönderlinger Kirche ist pünktlich zur 700-Jahr-Feier am ersten Juli-Wochenende abgeschlossen und bildet nun ein architektonisches Highlight im Dorfbild des Ortsteils. Zweite Bürgermeisterin Beatrix Lieb (FW) bedankte sich herzlich bei Bernold Martin, dass bei Sanierungs- und Ausbesserungsarbeiten Schönderling im Fokus stand, damit das Dorf sich im besten Glanz den Besuchern der 700-Jahr-Feier zeigen kann.

Ebenso wurden über sieben Kilometer Forst- und Feldwege saniert. Allerdings wurde an die Vernunft der Mitbürger appelliert, die trotz Absperrungen frisch überarbeitete Wege passierten. Da für die Sanierung der Wege teilweise HWG-Schotter benutzt wurde, und dieser mit Zement zersetzt ist, waren bei vielen Wegen tiefe Fahrspuren zu sehen. Diese mussten daraufhin neu bearbeitet werden. Martin informierte kurz über den im Raum stehenden Nationalpark. Da aber nur weniges bis jetzt öffentlich ist "kann man sich kaum eine Meinung bilden, weil man nichts weiß".


Unterschriftenliste

Er verwies auf Jürgen Metz aus Singenrain, der betonte: "Gegen die Bevölkerung wird es keinen Nationalpark geben." Das Thema sei ein Dialogprozess. Dem Landkreis Bad Kissingen wurde ein Fragenkatalog von Gotthard Schlereth überreicht. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind und Fakten auf dem Tisch liegen, könne man sich entscheiden, "wollen wir des oder wollen wir des ned", betonte Metz. Im Namen der neu gegründeten Interessengemeinschaft "Gemeinsam stark - unsere Rhön" reichte Roman Jörg eine Unterschriftenliste gegen den Nationalpark herum, da er sehr hohe Risiken sehe. Er forderte die Anwesenden auf, nicht alles hinzunehmen.

Insgesamt ziehe die Marktgemeinde eine positive Bilanz über das Jahr 2016. Die Schulden konnten weiter abgebaut werden und die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 347,12 Euro (31. Dezember). Damit wird der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden um 282,88 Euro beziehungsweise 44,9 Prozent unterschritten.