Voll besetzt waren die Zuschauerränge im Sitzungssaal der Stadt Bischofsheim. "Es ist meine erste Sitzung als Erster Bürgermeister. Ich hatte heute meinen ersten Tag", sagte Georg Seiffert (CSU) gleich zu Beginn. Und neben seiner Vereidigung stand die Wahl des Zweiten Bürgermeisters auf der Tagesordnung.
Die Vereidigung von Georg Seiffert übernahm Edgar Schöppner als ältester Stadtrat. Nach dem formellen Akt gratulierte Schöppner Seiffert und wünschte ihm bei der Führung der Stadt Bischofsheim Gelassenheit, Humor und Gottes Segen.
Denkbar knapp ging die Wahl des Zweiten Bürgermeisters vonstatten. Der Wegfurter Stadtrat Benjamin Lenhardt schlug seinen Ortskollegen Egon Sturm (BüLiW) vor. Der Vorsitzende der Freien Wähler, Stadtrat Günther Faulstich, brachte den bisherigen Dritten Bürgermeister Wolfgang Enders (FW) ins Gespräch. Beide Kandidaten sicherten ihre Bereitschaft zur Kandidatur zu. Mit zehn Stimmen wurde schließlich Egon Sturm zum neuen Zweiten Bürgermeister der Stadt Bischofsheim gewählt. Neun Stimmen entfielen auf Enders, der Dritter Bürgermeister bleibt.
Sturm betonte die Notwendigkeit von Meinungsvielfalt im Stadtrat. "Verträglich in der Person, unterschiedlich in der Sache. Wer nicht meiner Meinung ist, ist nicht mein Feind. Es ist wichtig, dass wir nach jeder Sitzung rausgehen, und jeder kann jedem in die Augen schauen und die Hand geben." Sturm war bereits von 2008 bis 2014 als stellvertretender Bürgermeister tätig.
Die Bürger auf den Zuschauerrängen indes kommentierten die Entwicklung an der Spitze der Stadt Bischofsheim mit dem Begriff "Polizeistaat", sind doch alle drei Bürgermeister Polizisten beziehungsweise ehemalige Polizeibeamte.


Markert neu im Stadtrat

Nachdem Udo Baumann (CSU) ausgeschieden und Georg Seiffert nun Bürgermeister ist, wurde ein Platz im Gremium frei. Von der CSU-Liste rückte Manfred Markert in den Stadtrat nach. Auch er sprach die Vereidigungsformel. Markert ist 57 Jahre alt, Pensionär und nebenberuflich als Badeaufsicht im Haselbacher Hallenbad und Bischofsheimer Freibad tätig.
Seiffert bedankte sich für die vielen Glückwünsche, die ihm seit seiner Wahl am 19. Juni von Behörden, Kollegen und der Bevölkerung zugetragen wurden. Montag, der 1. August war sein erster Arbeitstag in der Verwaltung. "Es war ein schöner Tag, obwohl ich ein mulmiges Gefühl hatte, als ich am Morgen zum Rathaus gelaufen bin." Doch die Verwaltungsmitarbeiter haben ihm einen herzlichen Empfang bereitet.


Gleich Regulierungsgespräche

"Alle standen da und haben mich mit Kuchen empfangen. Das war ein besonderes Erlebnis", dankte Seiffert und nannte stellvertretend für die Verwaltungsmitarbeiter die geschäftsführende Beamtin Ulla Schröder. Am Nachmittag habe er eigentlich die Mitarbeiter des Bauhofs begrüßen wollen, doch da war er bereits voll im Geschäft und musste Regulierungsgespräche mit Bürgern des Färberzwingers führen. Den Bauhofmitarbeitern hat er am Dienstag seine Aufwartung gemacht.
"Ich freue mich auf die Aufgaben, die auf mich zukommen. Vieles kenne ich ja schon, aber nicht im Detail. Es wird recht schnell gehen, dass sich im Geschäft mit dabei bin."
Seiffert versicherte, dass er nach bestem Wissen und Gewissen, gemeinsam mit dem Verwaltungspersonal, dem Bauhof, dem Stadtrat und der Bevölkerung eine positive Entwicklung für die Stadt Bischofsheim erzielen möchte. In den nächsten Wochen stehe eine intensive Kennenlernphase mit dem Personal auf seiner Agenda, um eine gemeinsame Linie zu finden und ein Gespür füreinander zu bekommen. Gleiches gelte für den Stadtrat. Seiffert sprach von einer Klausur, um Abläufe der künftigen Zusammenarbeit zu besprechen. Er persönlich werde sich nun in den Tagesablauf eines Bürgermeisters einfinden müssen. Als Polizeibeamter sei er bisher Schichtbetrieb gewöhnt. "Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit und eine gute Zukunft für uns alle", sagte Seiffert abschließend.