Überraschungen gab es bei der Mitgliederversammlung des Rhönklub-Zweigvereins Bad Brückenau nicht. Selbst die neu in den Vorstand zu wählenden Kandidaten waren schon ausgesucht und hatten vorab ihr Einverständnis zur Amtsübernahme erklärt.

Zwei Vorstandsmitglieder kandidierten aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder: Als Nachfolgerin des stellvertretenden Vorsitzenden Engelbert Heil wurde Gudrun Friedrich-Kleine, Mitarbeiterin in der Brückenauer Stadtverwaltung, gewählt. Der bisherige Kassier Artur Gayer übernahm von Gudrun Brandt das Amt des zweiten Wegewarts, dafür ist der bisherige Kassenprüfer Günther Müller-Engelhardt neuer Kassier. Alle anderen Fachwarte sowie den Vorsitzenden Günther Wischert und Schriftführerin Anne Neisser bestätigten die Mitglieder für die neue dreijährige Wahlperiode im Amt.

In seinem Rechenschaftsbericht hatte der Vorsitzende zuvor auf den leicht wachsenden Mitgliederstand hingewiesen. Bis Dezember sei die Zahl um acht auf 353 Mitglieder angestiegen, sogar im neuen Jahr hätten sich schon wieder acht Mitglieder neu angemeldet. Dennoch rief Wischert auf, verstärkt junge Brückenauer für den Heimatverein zu gewinnen. "Neue Ideen sind gefragt, wenn wir den Rhönklub erhalten wollen."
Ausführlich listete Wanderwart Hubert Töpfer die Aktivitäten 2014 auf, zu denen nicht nur Mitglieder, sondern wie immer auch alle anderen Brückenauer und Kurgäste eingeladen waren. Wichtig sei für ihn bei der Zusammenstellung der Touren eine thematische Mischung, aber auch Ausgewogenheit, Bewährtes, aber auch Neues, so dass sich möglichst viele Naturfreunde angesprochen fühlen.

Das Konzept scheint aufgegangen zu sein. Nicht nur die Anzahl der 77 Wanderungen mit insgesamt 650 Kilometern, davon allein zwölf Mehrtagestouren, sondern auch die Zahl der über 2300 Teilnehmer konnte von Jahr zu Jahr gesteigert werden.

Blutrünstige Stechmücken

"Glanzstücke" unter den Touren bleiben jahrelang in der Erinnerung, meinte Töpfer und erinnerte an eine Wanderung, bei der "das Wasser in den Stiefeln schwappte", der Vorsitzende aber "herrliche Regengüsse" im Protokoll notiert hatte. Solche Wanderungen seien "Erlebnisse der besonderen Art" wie auch damals, als die Wandergruppe "von einer Wolke blutrünstiger Stechmücken überfallen wurde".

Wegewartin Marlene Müller-Engelhardt, die mit ihrer bisherigen Kollegin Gudrun Brandt für die gut sichtbare Kennzeichnung der Wanderwege verantwortlich ist, schilderte humorvoll, unter welchen Verrenkungen und Klimmzügen sie so manches Mal an Bäumen hochklettern muss, um dort neue Wegekennungen anmalen zu können. Künftig werde ihr die Arbeit durch vorgefertigte Klebeschilder erleichtert. Der Brückenauer Zweigverein sei immerhin für eine Wegstrecke von 160 Kilometern verantwortlich. "Manche Klubs haben nur 30 Kilometer."

Mit Sensen gegen Lupinen

Zum vierten Mal hatten 2014 wieder einige Mitglieder mit Sensen die Lupinen in der Rhön bekämpft, um der dort heimischen Pflanzenwelt neuen Raum zu geben, berichtete Naturschutzwart Klaus Neisser. Andere Themen seiner Veranstaltungen seien Tagungen und Vorträge gewesen zum Bau von Windrädern und der geplanten Stromtrasse durch die Rhön.

Als absolute Fehlentscheidung des Brückenauer Stadtrates nannte Neisser den Verkauf eines Grundstücks mit einem hohen Bergahorn am Auerhahnweg ausgerechnet an jenen Nachbarn, der sich immer durch diesen Baum gestört fühlte. Neisser: "Es war Freitag, der 13., morgens war der Baum noch da, abends war er weg." Vorsitzender Wischert unterstützte Neissers Klage: "Wenn man einen alten Baum fällt, sollte man junge nachpflanzen, um die Natur zu erhalten."

Neisser war es auch, der den über 80 Anwesenden erläuterte, in welchen Punkten die völlig veraltete Vereinssatzung jetzt auf Drängen des Finanzamtes auf zeitgemäßen Stand gebracht werden musste. Bis zur Mitgliederversammlung hatte der Vorstand nach Vorgaben von Finanzamt und Registergericht zum Beispiel den Vereinszweck ergänzt und einige redaktionelle Änderungen vorgenommen. Künftig hat der Vorstand die Möglichkeit, säumige Zahler aus dem Verein auszuschließen. Die neue Satzung wurde von den Mitgliedern einstimmig verabschiedet und wird jetzt dem Amtsgericht vorgelegt.