Die Projektpräsentation in der Realschule ist mittlerweile ein fester Bestandteil bei den neunten Klassen. Dort sollen die Schüler im Team zu einem vorgegebenen Oberbegriff eine Präsentation mit selbst gewähltem Thema ausarbeiten. Sie erlernen sie Qualifikationen, die sie im regulären Unterrichtsalltag weniger häufig einsetzen können. Sie stärken ihre Persönlichkeit und schulen sich in Schlüsselfähigkeiten wie Teamfähigkeit und selbstständigem Arbeiten. Sie erweitern ihre Kompetenzen im IT-Bereich sowie im freien Sprechen vor größerem Publikum.

Für diesen Bereich kann die Realschule Bad Brückenau seit einigen Jahren auf die fachkundige Unterstützung der externen Rhetorik-Trainerin Marianne Seufert zurückgreifen. Für die Schüler in der neunten Jahrgangsstufe ist die Projektpräsentation jedes Jahr wieder etwas Neues und so freuen sie sich schon auf das Seminar mit der Trainerin. "Was kann ich gegen mein Lampenfieber machen?", wollte Lisa wissen. Schon ging es in die erste Übungsphase. Die Schüler mussten alle ihre Probleme und Sorgen bezüglich der Präsentation laut benennen. "Wir bekamen für jeden Vortrag, den wir hielten, Applaus von allen", freut sich Lisa.

Gestärktes Selbstbewusstsein

Mit gestärktem Selbstbewusstsein und weiteren Hilfestellungen wurde das Referieren vor Publikum eingeübt. "Macht euch Zeichen in eure Handzettel, um euch daran zu erinnern, während der Präsentation langsam zu sprechen", riet der Coach. Zu einem gelungenen Vortrag gehöre neben der deutlichen Aussprache auch der Einsatz von passender Mimik und Gestik. Denn mit einer authentischen Körpersprache könne das Publikum mehr überzeugt werden, als durch das alleinige Reden. "Ein fester Stand, vergleichbar mit einem verwurzelten Baum, und die Sprache der Hände spielen bei eurem Vortrag eine unterstützende Rolle", erklärte hierzu Seufert. Und Marie berichtete am nächsten Tag: "Wir sollen unsere Arme, wenn wir etwas präsentieren, nur auf Höhe des Oberkörpers einsetzen."

Der Aspekt, gegen das Lampenfieber anzukommen, war für die Schüler von zentraler Bedeutung, ebenso die Sorge, während der Präsentation den roten Faden zu verlieren. Die Trainerin empfahl den Schülern, für ihren Vortrag einen "Fahrplan" zu erstellen, wie sie es selbst für diesen Kurs vorbereitet hatte. "Wir sollen uns eine Freundin in die zweite Reihe setzen, die wir immer an
schauen können", erinnerte sich Marie an einen Rat, um die eigene Aufregung in den Griff zu bekommen.
Außerdem stellte die Seminarleiterin den Schülern Entspannungstechniken vor, damit die Präsentation zu einem gelungenen und souveränen Auftritt werde. Getreu Seuferts Vorschlags, das Referat mit einem Satz zu beenden, der die Besonderheit des Themas hervorhebt, war die einstimmige Resonanz der Teilnehmer: "Der Rhetorikkurs war echt informativ und hilfreich, wir haben viel erfahren und versuchen alles Gelernte in unserer eigenen Präsentation umzusetzen."