Mit gleich zwei sehr unerfreulichen Themen musste sich der Riedenberger Gemeinderat in seiner ersten Arbeitssitzung beschäftigen. So musste Bürgermeister Roland Römmelt (CSU) seine Räte über den neuesten Stand der Mittelschulstandorte informieren. Bereits im kommenden Jahr werden die 7. Klassen der Mittelschule aus Wildflecken, wo auch die Riedenberger Schüler unterrichtet werden, nach Bad Brückenau verlegt werden. Ab dem folgenden Schuljahr betrifft das auch die 8. Klassen.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die gesamte Mittelschule dorthin verlegt werden wird, da die Schülerzahlen des Schulverbundes Wildflecken-Schondra-Bad Brückenau derzeit bei nur noch 375 liegen. Und die haben in Bad Brückenau ausreichend Schulräume zur Verfügung", sagte Römmelt. So könnte die Regierung natürlich Lehrerstunden einsparen. "Für uns bedeutet das im Umkehrschluss, dass es auch für Riedenberg kei ne Grundschule mehr geben würde, da der derzeit bestehende Schulverband mit Wildflecken schließlich auch nicht mehr existieren würde", betonte der Bürgermeister.

Die Betroffenheit darüber stand Bürgermeister Römmelt dann auch ins Gesicht geschrieben. Dennoch gibt er sich kämpferisch: "So schnell geben wir aber nicht auf. Wir werden, zusammen mit den Verbundgemeinden aus Schondra und Wildflecken, um unsere Schulen kämpfen."

Kämpferisch gibt er sich auch beim Bau der geplanten Stromtrasse "SuedLink". Riedenberg wird davon sehr betroffen sein, da der Trassenverlauf an der A 7 an Riedenberg vorbei verlaufen wird: "Da sind wir durch unsere Kernzonen vollkommen eingeschränkt, dürfen dort keinesfalls ein Windrad errichten, und dann sollen diese Monster mitten hindurchgehen. Wir müssen hier unbedingt tätig werden, um diesen ,Schwarzen Tag‘ für Riedenberg zu verhindern."

Auch seine Räte gingen hier mit ihm konform. "Wir müssen schon mit der Autobahn leben, da glauben die Herren von der Regierung wohl, dass es dann ja auch gar nicht mehr darauf ankommt, wenn wir auch noch diese Riesenmasten vor die Tür gesetzt bekommen. Unser einziges Plus in unserer Heimat ist doch die wunderschöne Landschaft. Wer will denn hier noch Urlaub machen oder in die Gegend ziehen, wenn das Projekt umgesetzt wird. Irgendwann reicht es ..." So oder ähnlich kamen die Beiträge aus dem Ratsgremium.

Beitritt zur Gegenbewegung

So wurde dann auch einstimmig beschlossen, der von Mottens Bürgermeister Jochen Vogel initiierten Gegenbewegung beizutreten. "Noch ist alles in der Vorplanungsphase bei dem Bau. Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir gemeinsam mit den anderen betroffenen Gemeinden auftreten. Am besten auch kreisübergreifend."
Bürgermeister Römmelt apellierte noch einmal eindringlich, sich in die ausliegenden Listen einzutragen. Noch bis Samstag, 31. Mai, haben die Bürger hierzu die Möglichkeit.

Auch die alte Bahntrasse stand erneut zur Diskussion. Hier beschlossen die Räte, einen Antrag auf Freistellung und Entwidmung zu stellen. Noch gäbe es keine gültige Unterschrift der Bahn, die die Verpachtung an die Befürworter einer Wiederbelebung der Strecke rechtens mache. Wie Zweiter Bürgermeister Erwin Hergenröder (FWG) ferner bemerkte, ging der Grund der Bahnlinie laut den Verträgen von 1907 niemals durch Verkauf in den Besitz der Bahn über. "Die Flächen wurden der Bahn nur zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass man dann auch keine hohen Ausgaben für einen eventuellen Erwerb berappen müsste. "Wir zahlen sicher nicht für etwas, dass uns eigentlich gehört", so seine Worte. Im Staatsarchiv, wo diese Verträge liegen müssten, soll nun Einsicht verlangt werden. Der Ausbau des schnellen Internets soll zügig beginnen. Die Festlegung des Kumulationsgebietes ist abgeschlossen. Eine Änderung musste nun noch vorgenommen werden. Die in Riedenberg als "Schlohmühle" bekannte Mühle wird aus dem Gebiet herausgenommen, da der Eigentümer von Oberbach mitversorgt wird.

Über den Bau einer Terrasse mit Auffüllung und Errichtung einer Terrassenmauer von Eva-Mercedes Boll konnten die Räte nicht abstimmen. Hier war mit dem Bau bereits begonnen wor den. Mittlerweile ist dieser wieder eingestellt, da die Nachbarn hierzu keine Unterschrift gegeben hatten. Die Höhe der Mauer entspräche dem Genehmigungsprinzip einer Hauswand mit den dazugehörenden Abstandsvorgaben. Hierzu wur den bereits Anwälte zur Wahrung der verschiedenen In teressen eingeschaltet. Die Zuständigkeit liegt hierfür allerdings nicht bei der Gemeinde, sondern bei der Baubehörde des Landratsamtes, die es einer bau rechtlichen Prüfung unterziehen wird.